Iceland

Besser spät als nie lautet hier wohl das Motto, denn meine Reise nach Island im August ist schon einige Monate her. Diesmal war ich mit meiner Schwester unterwegs und hatte das Glück, dass sie vieles an Planung erledigte. (Was eventuell auch zu meinem halben Herzinfarkt geführt hat, nachdem ich aus Australien zurückkam und sie mir verkündete, wie viel ich ihr noch für die bereits gebuchte Reise zu zahlen hätte.)

Was uns veranlasst hat, dieses eher karge Land als Reiseziel auszuwählen? Jedenfalls war es nicht die plötzliche Islandbegeisterung, die während der Fußball-EM aufflammte 😉 Daniela und ich hatten beide als Kinder mit dem Reiten auf Islandpferden angefangen und seitdem war es für uns beide ein Traum einmal auf diesen trittsicheren Ponys durch ihr Herkunftsland zu reiten.

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Natürlich wollten wir auch auf einen kurzen Besuch in Reykjavik nicht verzichten und so buchten wir uns für zwei Nächte in das Gästezimmer einer Familie in der isländischen Hauptstadt ein und bestiegen am 4. August gegen 22 Uhr ein Flugzeug von Icelandair. Dummerweise landeten wir gegen 1:00 morgens schon auf dem Keflavik International Airport, 50 Kilometer von Reykjavik entfernt. Um diese Zeit in die Stadt zu fahren und bei einer Familie einzuchecken, schien uns keine Option und Hotels in Flughafennähe lagen wirklich nicht in unserer Preisklasse, weshalb wir uns entschieden, die Nacht irgendwie am Flughafen zu verbringen. Leider war dieser nicht wirklich übernachtungsfreundlich und uns wurde auf zahlreichen Hinweisschildern mitgeteilt, dass Schlafen nicht erlaubt sei. Irgendwann entdeckten wir einen Platz vor einer Rolltreppe, an dem sich zahlreiche andere Reisende für ein Nickerchen niedergelassen hatten (trotz der Schilder…) und legten uns einfach dazu. Wir brachten es auf etwa 3 Stunden Schlaf, bevor wir von Sicherheitskräften darauf hingewiesen wurden, dass wir an diesem Ort nichts zu suchen hatten. Da in Island im Sommer die Sonne fast nicht untergeht, war es um 5 Uhr morgens natürlich schon taghell und wir beschlossen, uns nach einem Flughafenbus in Richtung Stadt umzusehen.
FullSizeRender 2Etwa 40 Minuten dauerte die Fahrt vorbei an Lavafeldern und karger, unbewohnter, aber auf seltsame Weise auch wunderschöner und faszinierender Landschaft, bis wir das Busterminal erreichten.
Da es zum Einchecken immer noch viel zu früh war, folgten wir dem Tipp unserer Gastgeber, den wir im Voraus schon per E-Mail erhalten hatten und liefen mitsamt unseres Gepäcks zu einem gemütlichen, kleinen Café, in welchem wir uns ein Frühstück teilten. Hier bekamen wir zum ersten Mal zu spüren, wie viel teurer Island im Vergleich zu Deutschland doch ist. 1870 Isländische Kronen, das sind etwa 16€, kostete das Frühstück, welches wir teilten. Um satt zu werden, hätten wir allerdings vermutlich zwei davon gebraucht…

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Daraufhin checkten wir in unsere Unterkunft ein, die etwa 15 Minuten Fußweg vom
Stadtzentrum und 10 vom Hafen entfernt lag. Schnell wurde klar, dass wir beide nur eines wollten: Eine Runde Schlaf. Als wir gegen Mittag wieder aufwachten, lernten wir auch die Mutter unserer Vermieterin (die allerdings nur Spanisch sprach) und die anderen Mieter kennen: Ein Paar aus Amerika, welches ebenfalls erst aufgestanden war (zu viel Party am Abend zuvor…) und uns einlud, mit ihnen zu frühstücken/Mittag zu essen. Gratis Essen musste man uns natürlich nicht zwei Mal sagen und da die Beiden ohnehin in die Stadt wollten, ließen wir uns gerne den Weg dorthin zeigen.

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Unser erster Stopp war die Touristen Information, wo wir uns mit einer Reykjavik Card ausstatteten, mit welcher wir den öffentlichen Verkehr nutzen und einige Museen besuchen konnten. Diese nutzten wir dann auch gleich, um uns eine Fotoausstellung anzusehen, gefolgt vom Besuch in einem Café, wo ich den bisher leckersten Chai Latte meines Lebens trank. Das Stück Kuchen sparten wir uns, nachdem wir entdeckten, dass das Stück etwa 7€ kosten sollte.

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Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit einem Stadtbummel und aßen schliesslich in der Nähe der Universität etwas zu Abend, bevor wir eine der Thermen Reykjaviks besuchten und uns im warmen Wasser entspannten. Hier merkten wir erstmals, wie durcheinander wir durch die langen isländischen Sommertage kamen… Es war bereits 20:30, doch uns erschien es immer noch, wie am späten Nachmittag. Um den Abend ein wenig ausklingen zu lassen, verbrachten wir noch ein wenig Zeit am Hafen, bevor wir zu unserer Übernachtungsmöglichkeit zurückkehrten.

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Nach dem Frühstück am nächsten Tag kauften wir uns im nächsten Supermarkt ein wenig Brot, Käse und Skyr (ein typisch isländisches Milchprodukt, welches meist mit Blaubeeren gegessen wir und das von der Konsistenz zwischen Quark und Joghurt liegt, allerdings eher als eine Art Frischkäse eingeordnet wird) als Lunchpaket und machten noch einen Abstecher im nächsten Outdoor-Shop, da ich dummerweise meine, extra für Island gekauften, Wanderschuhe zuhause vergessen hatte. Glücklicherweise fand ich schnell passenden Ersatz, der uns tatsächlich auch nur ein kleines Vermögen kostete…

13895400_1370084299687674_5602800458720470130_nWeiter ging es zur nächsten Bushaltestelle, denn wir wollten nach Viðey Island, einer kleinen Insel nördlich von Reykjavik, doch bereits an der Haltestelle, an welcher wir hätten umsteigen müssen, wurde uns klar, dass es am Wochenende keine Busse zum Hafen gab. Das Busfahren in Island ist ohnehin eine Herausforderung, da die englischen Buspläne die Namen der Busstopps einfach anglisiert haben, auf den tatsächlichen Schildern und Bussen aber natürlich die isländischen Bezeichnungen zu finden sind… Sehr verwirrend!

 

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How to live on a shoestring in Iceland 😀

Uns blieb also nichts anderes übrig, als die neuen Wanderschuhe einzulaufen und den Weg zur Fährablegestelle zu Fuß zurückzulegen. Endlich angekommen, ging es dann auch schon hinüber auf die Insel, auf der wir eine kleine Wanderung unternahmen, unser Mittagessen auf einer der Klippen mit Aussicht auf Reykjavik genossen und dann im Gras ein Mittagsschläfchen machten, während wir auf die Fähre zurück ans Festland warteten.

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Dann war Eile angesagt und wir liefen schnell zurück zu unserer Unterkunft, um uns fertig zu machen für die Blaue Lagune, einem Thermalschwimmbecken, für welches Island bekannt ist und welches Schwefel und Silicium enthält, was gut gegen eine ganze Reihe von Hautkrankheiten sein soll.

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In der Lagune selbst finden sich sowohl eine Masken-Theke (wie man sieht!) und auch eine für Getränke, ansonsten genießt man hauptsächlich die Umgebung und das blau schimmernde Wasser. Ja, es ist schön dort, aber für uns war es definitiv nichts, was unbedingt auf eine Must-Do-Liste für Island muss, da der Eintrittspreis ganz schön horrend ist und sich für die wenigen Stunden, die man schlussendlich dort verbringt, nicht wirklich lohnt.

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Nun stand auch schon der letzte Tag in der “Zivilisation” an, bevor wir am Nachmittag zur  Reittour abgeholt wurden und wir hatten uns dazu entschieden, an einer Walbeobachtungstour teilzunehmen. Bevor wir aufs Schiff durften, besuchten wir die Ausstellung über Wale, die ebenfalls vom Veranstalter angeboten wurde. Und dann ging es auch schon los, hinauf auf die, an diesem Tag recht schaukelige, See, wo wir mit äußerst modischen wind- und wasserfesten Anzügen ausgestattet und mit Reiseübelkeitstabletten versorgt wurden. Nachdem wir einige Zeit Ausschau gehalten hatten und dabei mehrfach fast vom Schiff geweht wurden, schlug bei mir eine der Nebenwirkungen der Tabletten zu und ich wurde furchtbar müde… Zum Glück war gerade sowieso nichts bemerkenswertes in Sicht und so machte ich ein kurzes Schläfchen, bis mich die Lautsprecherdurchsage über Sichtung von Delphinen weckte. Und da sprangen sie auch schon entlang unseres Schiffes immer wieder an die Oberfläche, tauchten für kurze Zeit unter und erschienen erneut. Soweit so gut, doch leider zogen es die Wale auch bei dieser Tour eher vor, unter Wasser zu bleiben und wir kehrten ohne eine Sichtung zurück zum Hafen.

Dann war es auch schon Zeit für uns, zurück zum Busterminal zu laufen, an welchem wir kurze Zeit später von einem Mann mit langen Haaren und Mantel für unser verbleibendes Island-Programm eingesammelt wurden. Im Minibus trafen wir dann auch schon auf unsere Mitreiter. Insgesamt bestand unsere Gruppe aus etwa 18 Personen, wobei diese, abgesehen von einem älteren schwedischen Pärchen, zwei Schweizerinnen und einem Mädchen aus Norwegen, aus Deutschen bestand.

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Etwa eine Stunde später hielten wir dann auch schon am Hotel Eldhestar in Hveragerði, wo wir die erste Nacht verbrachten, bevor die eigentliche Tour startete. Hier lernten wir uns beim Abendbuffet ein wenig besser kennen, berichteten über unsere bisherige Reiterfahrung und wurden mit ein wenig Theorie auf die kommenden Tage vorbereitet.
Am nächsten Vormittag packten wir dann unsere knall-orangene Regenkleidung (die ihr auch noch auf einem Bild weiter unten im Einsatz seht) zusammen und bekamen dann noch eine kurze praktische Einweisung im Reiten auf den Pferden, die nicht gerade noch vom Schmied neu beschlagen wurden. Außerdem lernten wir unsere Tourguides kennen: Ein isländisches Ehepaar, welches die Tour hauptsächlich leitete und zwei Mädchen in etwa meinem Alter, die im Sommer für einige Monate bei Eldhestar arbeiteten. Insgesamt waren viele Dinge für uns neu, wenn es um die Pferde ging, so bekam z.B. jeder Reiter, nicht etwa das Pferd, “seinen” Sattel zugewiesen, der dann einfach, ohne Satteldecke, aufs Pferd gelegt wurde.IMG_0693
Das Verladen war auch sehr interessant, da die Pferdeanhänger keine Laderampe hatten, sondern die Pferde einfach in den Hänger hinein sprangen. Trennwand zu und nächstes Pferd hinein.
Da unsere Route, die Kjölur-Tour, die entlang der alten Hochlandstraße von Süden nach Norden 185 Kilometer durch Island verläuft, nicht direkt am Hotel startete, wurden wir und die Pferde zum Startpunkt in Biskupstungur gefahren. Dort sattelten wir alle Pferde und los ging das Abenteuer.
Der Reitweg für den ersten Tag verlief erst noch einige Zeit entlang einer Straße, bevor wir auf bessere Wege abbiegen konnten. Daniela und ich waren zwar jahrelang Isländer geritten, aber das war dann doch schon eine ganz andere Sache, denn wo wir daheim noch relativ gut steuern konnten, ob die Pferde tölten (für Nichtreiter: Der Tölt ist eine Spezialgangart der Isländer, der, obwohl er in einem recht flotten Tempo geritten werden kann, für den Reiter sehr weich zu sitzen ist, da, wie beim Schritt, jeweils nur ein Bein vom Boden gehoben wird.) oder normal traben sollten, hatte hier jedes Pferd seine eigene Vorstellung von seiner Fortbewegungsart. Da wir die Pferde meist zwei bis drei Mal pro Tag wechselten, wurde schnell klar, dass einige durchaus gut darauf reagierten, ob wir Traben oder Tölten wollten, andere wiederum waren von ihrem Tölt (oder manchmal auch Pass) gar nicht mehr abzubringen, auch wenn ich es nach einiger Zeit auf manchen Pferden als sehr ungemütlich empfand.

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Eine andere Sache, die neu für uns war, war die freilaufende Herde, die wir zwischen den beiden Reitergruppen mit uns mit trieben. War eines unserer Pferde müde, wurde einfach abgesattelt, das Pferd lief die nächste Strecke frei mit und wir bekamen ein neues Pferd zugewiesen. Zusätzlich befanden sich in der Herde noch einige Jungpferde, die den ganzen Ablauf kennen lernen sollten, jedoch nicht geritten wurden.
Etwa einmal pro Stunde machten wir einige Minuten Pause, um die Pferde grasen zu lassen, etwas zu trinken oder uns einen Fleck zu suchen, an dem wir auf Toilette gehen konnten (wobei diese Suche von Tag zu Tag etwas weniger ausgedehnt wurde :D)
Nach etwa vier Stunden hatten wir dann auch schon unser Tagesziel, die Farm Myrkholt, erreicht, die in der Nähe des berühmten Großen Geysirs (welcher übrigens namensgebend für alle anderen Geysire war) liegt. Diejenigen, die das Naturspektakel noch nicht gesehen hatten, wurden mit dem Auto dorthin gebracht. Um den Geysir herum befinden sich weitere heiße Quellen, an denen überall “Caution, 100 degrees!” Schilder angebracht sind. Als Mensch der aber generell immer alles anfasst, bei dem ich vorher gewarnt werde, dass es heiß ist, habe natürlich trotzdem rein gefasst und jaa, die Schilder stehen da nicht umsonst…

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Waiting for the Geysir’s eruption

Generell waren die Unterkünfte auf unserer Reittour ziemlich rustikal gehalten. Wir hatten alle unsere Schlafsäcke dabei und in den meisten Fällen gab es ein oder zwei große Räume in denen wir alle in Stockbetten schliefen, was manchmal gar nicht so einfach war mit den ganzen Schnarchnasen… Duschen waren nicht unbedingt Standardausstattung und um aufs Klo zu gehen, musste man bei einigen Hütten erst einmal nach draußen.
So einfach die Unterkünfte waren, so gut war unsere Verpflegung. Vielleicht habt ihr euch schon gewundert, warum ich noch nichts über Packpferde geschrieben habe, die unsere Rucksäcke und Verpflegung trugen. Das hat einen einfachen Grund: Es gab keine. Ausschließlich einige unserer Reitpferde hatten zusätzlich Packtaschen auf, in denen wir Wasser, an manchen Tagen Mittagssnacks und Beschlagsutensilien (ja, es kam vor, dass eines Pferde unterwegs ein Eisen verlor. Nichts einfacher als das – in der nächsten Pause wurdeIMG_0635 einfach schnell neu beschlagen und weiter ging es) transportierten. Stattdessen trafen wir jeden Abend unsere Köchin, die mit einem Kleinbus unser Gepäck zu den Hütten brachte.
Manchmal, wenn wir nicht weit von einer Straße entfernt ritten, trafen wir sie auch für unsere Mittagspause. Das Essen war wirklich richtig lecker und auch an die Vegetarier wurde gedacht. Bei der Ankunft in den Hütten standen immer heißer Tee und Kaffee, Nüsse, Kekse und Schokolade bereit und wenig später gab es dann auch schon Abendessen (ein mal sogar mit selbstgerechtem Skyr als Nachtisch), bevor wir alle, müde vom langen Tag an der frischen Luft, gegen 21 Uhr ins Bett gingen. Am nächsten Morgen stärkten wir uns dann mit Porridge, Obst und/oder Brot bevor wir zusammenpackten und die Pferde sattelten.

Die Strecke für den zweiten Tag war mit ihren 5,5 Stunden schon etwas länger, jedoch wartete bereits am Mittag eine längere Pause und ein weiteres Highlight der Tour auf uns, denn wir stoppten am Gullfoss, einem riesigen zweistufigen Wasserfall.

 

Am Nachmittag ritten wir weiter zur Berghütte Fremstaver, die südlich des Berges Bláfell liegt.
Auf dem Foto seht ihr, wie unsere Unterkünfte in der Regel aussahen. Links das Haus mit Stockbetten und einer kleinen Küche, rechts, die kleine Hütte, in der sich Toilette und Waschmöglichkeit befanden und davor unser Versorgungsfahrzeug, welches im Anhänger unsere Rücksäcke transportierte. Die Pferde befanden sich manchmal direkt an den Hütten, manchmal aber auch einige Minuten Fußmarsch entfernt, auf einem großen Paddock. Nach dem Absatteln rollten wir zusammen mit unseren Guides zwei große Rundballen ab und die ganze Herde konnte sich satt essen. Ich weiß, die ganzen Warmblutbesitzer da draußen können sich das nicht wirklich vorstellen, aber ja, das war alles was es gab: Ein wenig Gras während den Reitpausen und Heu am Abend, das reichte.

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An unserem dritten Tag auf dem Pferderücken hatten wir uns alle so langsam daran gewöhnt, mehrere Stunden im Sattel zu verbringen und der Muskelkater war auch endlich abgeklungen und somit konnten wir den Ausblick auf die beiden Gletscher, zwischen denen wir hindurch ritten, genießen.

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Auf der Hütte Árbúdir ließen wir den Abend dann mal wieder mit einer Gesangsrunde ausklingen, bei der wir Lieder in allen Sprachen der anwesenden Reiter sangen. Ich glaube allerdings, unsere isländische Aussprache war richtig richtig schlecht 😀 Trotzdem sangen wir mit jedem Abend motivierter und flüssiger mit und hatten alle unseren Spaß. Wenn mal keine Lieder an der Reihe waren, erzählte unser Tourguide Geschichten aus Island, die leider meistens mit dem Erfrieren/Verhungern irgendwelcher Isländer, Pferde oder auch Schafe endeten. (So wie auch der isländische Film, den ich auf dem Rückflug schaute! “Sture Böcke”, falls doch noch jemand die isländische Filmkultur genießen möchte…) Oder aber, er versuchte unserer (leider etwas talentfreien :D) Gruppe ein wenig Line-Dance beizubringen. Es war jedenfalls immer etwas zu tun und niemals langweilig.

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Am nächsten Tag starteten wir dann den insgesamt längsten Ritt. Die acht Stunden vergingen allerdings wie im Flug, denn die karge Landschaft wandelte sich und überall auf den Wiesen wuchs Wollgras, wir durchquerten einige Bäche und auch ein kleines Moorgebiet, in dem die Pferde dann doch manchmal ein wenig hektisch wurden, wenn sie mit einem Fuß etwas tiefer im Boden versanken.

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Unser Tagesziel war Hveravellir, ein Geothermalgebiet in dem es viele verschiedene heiße Quellen zu sehen gibt, unter anderem eine, aus der das heiße Wasser in einen kleinen Pool direkt vor unserer Hütte geleitet wird, wo es sich mit kaltem vermischt und so eine natürlich beheizte Bademöglichkeit erzeugt. Einzig der Weg von der Hütte zum Pool und zurück war ziemlich kalt, denn trotz der Tatsache, das August war, betrug die Tageshöchsttemperatur nur etwa 15 Grad.

 

Nachdem wir uns alle etwas entspannt hatten, liefen wir mit unserem Guide zu einer kleinen Höhle, in der früher, wie er erzählte, ein verurteilter Dieb mit seiner Frau wohnte, welche die Quellen z.B. dazu nutzte, darin ihr Essen zu kochen. Trotzdem konnten wir uns nur schwer vorstellen, wie man in so einem winzigen Verschlag leben konnte.

 

 

Ein weiterer Reittag und eine Übernachtung in Áfangi schloss sich an und dann war er auch schon da: Unser letzter Reittag. Und dieser geizte wirklich nicht mit schönen Ausblicken. Zuerst ritten wir entlang des Sees Blöndulón und dann schließlich hinunter in das grüne Tal Vatnsdalur. Die Pferde waren merklich begeistert von all dem grünen Gras, das es endlich zu fressen gab und wir konnten uns von dem schönen Ausblick, der uns während des Rittes hinunter, geboten wurde, gar nicht los reißen. Da ich hinter der Herde ritt, hatte ich die vielen freilaufenden Pferde vor einem riesigen Wasserfall, der sich von der gegenüberliegenden Seite ins Tal ergoss, im Blick. Ich habe viele viele Fotos davon gemacht, aber leider bringt keines davon die Stimmung überzeugend rüber… Ich denke, dazu muss man einfach selbst dort gewesen sein.

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Unten angekommen wurden die Pferde auf eine riesige Koppel entlassen, wo sie einige Zeit Pause hatten, bevor die nächste Reitergruppe den Rückweg antreten würde. Wir beluden einen Anhänger mit den Sätteln, einen Minibus mit uns und schon ging es zurück nach IMG_0697nReykjavik.
Wir hatten definitiv unseren Spaß, aber nach sechs Reittagen und fast 200 Kilometern, die wir auf dem Pferderücken verbracht hatten, waren wir dann doch froh, die Zivilisation wieder zu sehen und eine Nacht ohne das Geschnarche der anderen Mitreisenden zu verbringen.
Die letzte Nacht verbrachte (fast) die ganze Gruppe aber noch einmal zusammen in einem einfachen Hotel und am Abend trafen wir uns auch ein letztes Mal mit unseren Guides zum Abendessen, um die Tour Revue passieren zu lassen und uns alle voneinander zu verabschieden.

Damit war unsere Islandreise dann auch schon wieder zu Ende. Wir nahmen den Bus zum Flughafen und am Abend hatten wir dann auch schon wieder deutschen Boden unter den Füßen.

Unser Gesamtfazit zu Island ist ein wirklich positives, auch wenn, oder gerade weil die Landschaft an vielen Plätzen noch wirklich unberührt ist. Lavafelder wechseln sich ab mit Mooren, dazwischen Gletscher, Vulkane und Wasserfälle und das Ganze oft, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Natürlich begegneten wir an den eher touristischen Standpunkten wie dem Geysir oder dem Gulfoss auch vielen anderen Urlaubern, aber unterwegs trafen wir genau ein einziges Mal auf ein wanderndes Pärchen.

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