Budapest & Lake Balaton

Mit Ungarn waren wir dann schon beim letzten Land unserer Osteuropa-Reise angelangt. Dabei wären wir fast einfach wieder gefahren, so genervt waren wir nach einer ganzen Stunde erfolgloser Parkplatz-Suche. Normalerweise würde man immer etwas in der Straße img_6101finden, hatte unser Vermieter uns versichert… Haha… Schlussendlich fuhren wir etwas außerhalb der Stadt auf einen Park&Ride-Parkplatz und nahmen die Straßenbahn zurück zu unserem Apartment. Dort stellten wir gleich eine Gemeinsamkeit mit Australien fest: Die Zimmer besaßen keine richtige Heizung, sondern wurden durch Klimaanlagen und einen Heizlüfter warm gehalten. Für mich Frostbeule waren das immer ganz schön harte 10 Minuten, wenn wir die Wohnung betraten, bis es wieder halbwegs warm war 😀
Nach dem ganzen Stress hatten wir keine große Lust mehr auf Entdeckungstouren und wollten einfach nur noch bei einem schönen Abendessen entspannen. Dieses fanden wir dann tatsächlich auch auf Anhieb und Budapest konnte zumindest durch freundliche Kellner, leckeres Essen und günstige Preise ein paar (dringend notwendige!) Pluspunkte sammeln. Also falls ihr auf die Idee kommt, nach Budapest zu fahren, Parisi 6 ist (vor allem auch für Vegetarier) keine schlechte Idee, auch wenn man dort nicht hauptsächlich auf andere Touristen trifft. Wir wurden bei unseren zwei img_6102Besuchen jedenfalls nicht enttäuscht.
Dem Essen folgte der Besuch in einer Bar, in der wir doch tatsächlich zum Staunen gebracht wurden. Die Ungarn kennen Schorle!

Am nächsten Morgen liefen wir zur Szimpla Kert, der ältesten der berühmten Ruinen Bars in Budapest. Diese Bars sind alte Häuser, die im Prinzip abrissreif sind, aber mit alten Möbeln und allen möglichen Dekorationen in beliebte Party-Locations verwandelt wurden. Da die Besitz-Verhältnisse der Gebäude nicht wirklich geklärt sind, kann es immer wieder passieren, dass einer der Bars plötzlich verschwindet, da das Gebäude aufgekauft und abgerissen wird.

img_6103

Ihr fragt euch jetzt aber sicherlich, was wir vormittags in einem Pub machen… Sonntags findet dort immer ein kleiner Bauernmarkt statt und da wir abends meist zu müde waren, noch großartig so weit weg von unserer Wohnung zu gehen (jaa, wir klingen 40 Jahre älter als wir wirklich sind, ich weiß! :D), nutzten wir somit die Gelegenheit, uns das Ganze bei Tageslicht zu betrachten.

Am Nachmittag nahmen wir an einer kostenlosen Stadtführung teil, bei der wir in drei Stunden so einiges der beiden Stadtteile Buda und Pest sahen, so etwa viele Statuen und Plätze die Kaiserin Sissi gewidmet waren, die bei den Ungarn sehr beliebt ist (Kaiser Franz nicht so sehr… wie uns unser Guide erzählte, gäbe es in ganz Budapest nur eine Straße, die nach ihm benannt sei, sonst nichts), das Judenviertel, mehrere Kirchen, die Fischerbastei, das Schloss, die Donau und die Kettenbrücke. Auch lernten wir, dass etwa ein Drittel der ungarischen Bevölkerung in Budapest lebt, das restliche Land ist nur sehr dünn besiedelt, was unsere Beobachtungen auf dem Weg nach Budapest nur bestätigte.

Bis wir zum Ende kamen, war es bereits dämmrig und wir komplett durchgefroren und hungrig. Da wir keine Lust hatten, groß nach einem Restaurant zu suchen, gab es an diesem Abend ungarisches Streetfood. Lángos (natürlich die originalen mit Saurer Sahne und Käse) und Baumstriezel waren unsere Wahl!

Am nächsten Tag merkten wir, dass 3 Nächte in Budapest wirklich knapp bemessen sind, da wir noch so viel tun wollten. Da es leider ziemlich diesig war, strichen wir den Buda Hill aus dem Programm, da die zu erwartenden Aussicht vermutlich nicht all zu gut ausgefallen wäre. Stattdessen besuchten wir die Invisible Exhibition, wo wir erst einiges über Blindenschrift erfuhren und dann mit einer blinden Führerin in die Dunkelheit abtauchten. Am Anfang waren wir uns wirklich unsicher, ob wir es tatsächlich eine Stunde in dieser absoluten Dunkelheit aushalten würden, aber dieses Gefühl schwand schnell, während wir uns durch eine Küche, dann ein Wohn- und ein Badezimmer tasteten, eine Straße überquerten und einen Gemüsestand besuchten, einen Spaziergang durch den Wald und über eine Brücke zu einem kleinen Holzhäuschen machten und zum Schluss eine kleine Bar besuchten. Dabei lernten wir einiges darüber, wie Blinde sich in der Welt zurechtfinden und welche verschiedenen Hilfsmittel es für sie gibt.

img_6134

Ein weiteres Wahrzeichen für Budapest sind natürlich auch die vielen Thermen und genauimg_6138so eine, konkreter das Gellért Thermalbad stand auf unserem Programm für den Nachmittag. Das Jugendstil-Gebäude ist Teil des riesigen Gellért Hotels und wurde 1918 eröffnet. Natürlich war es etwas Besonderes in einem kunstvollen Gebäude wie diesem zu baden, die etwa 18€ Eintritt pro Person lohnen sich meiner Meinung nach jedoch nicht ganz.

Als wir das Bad verließen, wurde es draußen schon etwas dämmrig, perfekt also um uns auf den Weg zur Schlittschuhbahn zu fullsizeoutput_9emachen. Nach den ersten wackligen Metern erinnerten sich unsere Füße wohl, dass sie so etwas ja irgendwann doch schon ein mal gemacht hatten und funktionierten immer besser und so konnten wir die riesige Eisfläche und die wunderschön beleuchteten Gebäude um sie herum, genießen. Das einzige Manko, gerade bei unserer Bremsunfähigkeit, war das fehlende Geländer!

Und das waren auch schon unsere Tage in Budapest. Um uns für die Weiterfahrt zu stärken, gingen wir am nächsten Morgen das erste mal während unserer Reise auswärts frühstücken, Smoothiebowl und Avocado-Brot und dazu eine wirklich hübsche heiße Schokolade und einen Cappuccino, aber ohne Zucker! Denn nach dem Konzept des Cafés schmecken alle Kaffees, egal ob gut oder schlecht, gleich, sobald man Zucker hinein kippt und deshalb gibt es dort keinen Zucker, da man die Qualität schmecken soll… Interessant! (Das auf dem Bild ist allerdings meine heiße Schokolade :D)

Am frühen Nachmittag parkten wir unser Auto dann am Plattensee, wo wir, ausnahmsweise, ein Hotel und keine AirBnB-Unterkunft gebucht hatten. Viel zu sehen gab es dort allerdings nicht, man merkt anhand der vielen Eis-, Fastfood-, Getränke- und Souvenirstände, dass im Sommer einiges los sein muss, aber im Winter bietet Badacsonytomaj, wie der Ort, in dem wir wohnten, heißt, eine fast geisterhafte Kulisse. Dementsprechend günstig konnten wir deshalb auch unser Spa&Wein Hotel mit Whirlpool, Schwimmbad und Halbpension genießen und machten zwei Tage lang einfach mal… nichts! Danach reichte es uns dann aber auch und wir starteten unsere Monster-Heimfahrt. Geplant war ursprünglich, einfach loszufahren und dann, wenn wir müde werden, nach einer Unterkunft in der Nähe zu schauen. In der Realität fuhren wir die Strecke aber, mit ein paar Pausen, innerhalb von etwa 10 Stunden komplett durch.

Zuhause angekommen zeigte das Auto insgesamt etwa 2400 Kilometer an, das ist etwa die Strecke von Sydney nach Townsville! 😀

 

-ENGLISH-

With Hungary we had already reached the last country for our East-Europe-trip. And yet we almost turned around when we arrived because we were so annoyed of one hour unsuccessful parking spot searching. Usually you would always find something right at that street, our landlord assured before… haha…
Eventually we drove a bit more out of the city, parked at a Park&Ride and took the metro back to our apartment. There we immediately discovered a similarity to Australia: The rooms did not have any proper radiator but were heated with aircons.
As I pretty much always feel cold I always had quite hard 10 minutes when we came back to our home until the rooms were kind of warm again 😀
After all the stress we were not really in a discovery mood and just wanted to relax a bit and have a nice dinner which we actually found at the first attempt and Budapest could gain a few of its lost plus-points (which it desperately needed!) back due to friendly waiters, delicious food and cheap prices. So if you decide to come to Budapest, Parisi 6 is (particularly for vegetarians) not a bad idea, even if you will meet mainly other tourists there. Anyway we were not disappointed at neither our two visits. Following the food we visited a bar were we were really surprised. The Hungarians know Schorle!

The next morning we walked to Szimpla Kert, the oldest of Budapest’s ruin bars. These bars are old houses which are pretty much condemned but, by adding old furniture and all kinds of decoration, were turned into popular party locations. As the buildings’ property situations are not really clarified, it can always happen that one of the bars suddenly disappears because it is sold or demolished.
You might ask yourselves know what we do at a pub in the morning… Well, on Sundays they have always a little farmers market there and because we were too tired in the evenings to go far away from our apartment (yes, I know we sound 40 years older than we really are :D) we took the opportunity and visited it during daylight.

In the afternoon we joined a free city tour. Within three hours, we visited lots of places in Buda and Pest, for example many statues and places that were named after empress Sissi, who is widely admired by the Hungarians (emperor Franz not so much… our guide said, there was only one street in whole Budapest named after him, nothing else), the jewish quartier, a few churches, the castle, the Danube and the chain bridge. We also learned that nearly one third of the country’s population lives in Budapest, the other parts of the country are sparsely inhibited, which confirmed what we saw on the way into the city.
At the end of the tour, it was already dusky and we were freezing and hungry. Because we did not really feel like finding a restaurant we just went with Hungarian street food. Lángos (of course the original ones with sour creme and cheese) and chimney cakes were our choice!

The next day we recognizes that three nights in Budapest are really just a short time because there was so much left we wanted to do. Unfortunately it was quite foggy and so we cancelled Buda Hill from our program as the expected view would probably not have been that nice. Instead we visited the Invisible Exhibition where we first learned something about the the braille-alphabet and then entered the absolut darkness with other blind guide. At the beginning we were unsure if we would make it one whole hour without seeing anything but this feeling disappeared quickly as we groped our way through a kitchen, a living and a bath room, crossed a street and visited a little vegetable stall, went for a walk in the forest and traversed a bridge to a little wooden cabin and in the end visited a little bar. In this process we learned a lot about how blind people find their way and what things they can use as assistance.

Another landmark for Budapest are surely the many thermal baths and one of them, to be exact, the Gellért Bath was on our list for the afternoon. The art nouveau building is part of the giant Gellért Hotel and was opened in 1918. Of course it was something special to have a bath in an elaborate building like this but about 18€ per person were not quite worth it in my opinion.

When we left the bath it already started to become dark, perfect to make our way to the ice rink. After the first few wobbly meters our feet obviously remembered that they had done this before and so we could enjoy the giant rink and the wonderfully illuminated buildings around it. The only deficit was the missing railing, especially for us who do not know how to brake!

And so our days in Budapest were already over. To get some energy for the driving to our next stop we went out for breakfast, the first time during our trip and had a smoothie bowl, an avocado toast and a really pretty hot chocolate and a cappuccino, but without sugar! The café‘s idea is that all coffees taste pretty much the same if you add sugar, no matter if it is bad or good coffee and so they simply do not serve any sugar because you should taste the quality… interesting!

In the early afternoon we parked our car at Lake Balaton where we had a hotel instead of our usual AirBnB place. But there was not much to see except for the many ice cream, fastfood, drink and souvenir stalls, which made us aware that this place must be quite busy in summer but now in winter Badacsonytomaj, how to area we stayed at, is called, appeared more like a ghost town. Consequently cheap we could enjoy our Spa&Wine Hotel with whirlpool, swimming pool and half board and we simply did nothing for two days! But then we really had enough and started our monstrous journey home. It was planned to just drive and when we start to feel tired we would look for a place to stay but in reality we drove the whole route home, with a few breaks, in approximately 10 hours.

Arrived at home the car showed about 2400 kilometers, that is about the way from Sydney to Townsville! 😀

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: