Last chapter – for now

Weiter ging unsere Reise nach Agra. Den Nachmittag verbrachten wir ganz entspannt im Hotel, hatten dann ein Abschlussabendessen mit unserem Fahrer und versuchten ein bisschen Schlaf zu bekommen, bevor wir morgens um 5:30 Uhr schon wieder aus den Federn kletterten, denn es war Zeit, eines der neuen sieben Weltwunder zu besichtigen: Den Taj Mahal. Dieser wurde gebaut, nachdem eine Königin auf dem Sterbebett als letzten IMG_3201Wunsch äußerte, ihr Mann solle zu ihrem Gedenken ein Gebäude bauen, wie es die Welt noch nicht gesehen habe. Und so wurde in über 20 Jahre dauernder Arbeit der Taj Mahal errichtet, in der sie, und später auch der König, begraben wurden. Alle Seiten des Gebäudes sind dabei symmetrisch und keine der Verzierungen gemalt, sondern alle als verschiedenen Edel- und Halbedelsteinen gemacht, die in vorher ausgekerbte Vertiefungen im weißen Marmor geklebt wurden. Das Ganze muss unglaublich viel gekostet haben… Mitunter ein Grund, warum der Sohn des Königs diesen am Ende seiner Lebenszeit inhaftieren ließ. Er sei verrückt geworden und schmeiße alles Geld nur zum Fenster hinaus.
Die Nachfahren der damaligen Arbeiter gehen dem Handwerk der Marmorverarbeitung immer noch nach und so konnten wir eine Werkstatt besichtigen, wo wir Werkzeuge und Stücke in Arbeit ansehen konnten.
Nachdem wir zurück im Hotel das Buffet geplündert und uns ausgeruht hatten, standen noch das Agra Fort (in dem der schon genannte König sein Lebensende verbracht hatte) und das Mini Taj auf dem Programm.

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Taj Mahal

Dann wurde es Zeit für Flos Cheeseburgertest im indischen McDonalds, was allerdings nicht ganz einfach ist, wenn das besuchte Land weder Schweine- noch Rindfleisch zu sich nimmt 😀 somit wurde es ein Chickenburger, der als “nicht besonders toll” befunden wurde.


Da wir Agras Sehenswürdigkeiten gesehen hatten, entschied unser Fahrer, uns zum Bahnhof zu bringen, wo wir am Abend den Zug nach Varanasi besteigen sollten. Zuvor wollte er aber natürlich noch sein Trinkgeld, da in den Tourkosten nur seine Kost und Logie miteinbegriffen waren, allerdings keine Bezahlung. Natürlich hatten wir uns im Voraus Gedanken darüber gemacht, wir waren ja sehr mit ihm zufrieden gewesen und wollten ihn nicht enttäuschen und so hatten wir online herausgefunden, dass das Durchschnittseinkommen pro Tag in Indien bei circa 200 Rupien (=3€) liegt. Ziemlich paradox, wo uns allein der Eintritt zum Taj Mahal 1000 Rupien pro Person kostete, aber wie schon erwähnt, die Preise für Einheimische sind da auch ganz andere.
Wir zahlten ihm weit mehr als ein Durschnittseinkommen, doch als er mit Zählen fertig war, fragte er uns nur, ob wir denn nicht zufrieden gewesen seien und erwähnte noch einmal, dass das Trinkgeld sein einziges Einkommen sei. So viel zum Thema, das Trinkgeld läge im Ermessen des Gastes… Nachdem wir noch etwas draufgelegt hatten, fanden wir uns am Bahnhof wieder, über drei Stunden zu früh und somit taten wir, was so ziemlich jeder hier zu tun schien und suchten uns ein halbwegs ruhiges Örtchen um zu warten und zu warten… und zu warten.

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Just about everywhere in India: Chipmunks

Mit einer Stunde Verspaetung traf unser Zug dann endlich ein. Die 3. Klasse, die der “Luxusklasse” entspricht, besser geht nicht, entpuppte sich als etwa 10qm grosses Abteil, in das acht Betten (2x drei und 1x zwei uebereinander) gequetscht waren. Eine der Mitreisenden sprach ziemlich gutes Englisch und so unterhielt ich mich ein wenig mit ihr. Im Nachhinein war dies das wahrscheinlich einzige Gespraech, das wir in Indien mit einer Person fuehrten, die weder von uns gebucht war, noch Geld wollte! Auf die Auskunft, dass wir aus Deutschland kaemen, reagierte sie wie praktisch jeder mit “Ohhh, Germany, good country!” Fragt man dann naeher nach, ob derjenige schon einmal in Deutschland gewesen sei, wird meist verneint, aber der Cousin des Schwagers der Freundin wohne dort! 😀 Unsere Begleitung hatte es zumindest schon einmal an den Frankfurter Flughafen geschafft. Im Zug zu schlafen, war erstaunlicherweise gar nicht so schwierig und als wir am Morgen aufwachten, war unsere Gespraechspartnerin schon ausgestiegen. Und so mussten wir ein bisschen raten, wo wir auszusteigen hatten, da uns sonst niemand zu verstehen schien. Wie sich herausstellte, war Varanasi, das wir mit drei Stunden Verspaetung erreichten, die Endstation und ein neuer Fahrer wartete bereits auf uns. Nach fuenf Minuten Fahrt mussten wir dann schon wieder das Auto wechseln – wir hatten einen platten Reifen. Das Ersatzauto brachte uns dann aber sicher ins Hotel, wo wir uns bis zum Nachmittag ausruhten, bevor wir wieder aufbrachen, um uns einen weiteren Tempel anzuschauen und uns in einer Fabrik ansahen, wie an Webstuehlen Seidenschals gefertigt wurden. Anschliessend an die Demonstration wurden wir natuerlich in den Verkaufsbereich geleitet. Dort waren wir dann doch ziemlich ueberrascht: Der Verkaeufer sprach recht gutes Deutsch und erzaehlte und davon, wie er Nina Hagen auf einer ihrer Indienreisen in einem Ashram getroffen hatte und sie ihm “Alle meine Entchen” beigebracht hatte, was er uns natuerlich vorsang 😀 Es war einfach nur schraeg und ich hoffe immer noch irgendwie, dass Nina Hagen nicht die Person ist, die ganz Deutschland in Indien repraesentiert!

 

Der naechste Tag begann frueh, um 4:30 Uhr, um genau zu sein. Unser Fahrer sammelte uns 15 Minuten spaeter ein und wir fuhren durch fast leere Strassen Richtung Ghats (das sind die engen Gassen, von denen sich einen Menge in der Naehe des Ganges befinden). Die letzten paar Meter mussten wir laufen und dann waren wir am heiligen Fluss. Trotz der fruehen Uhrzeit waren hier unglaublich viele Menschen versammelt. Viele badeten, andere wuschen ihren Kleidung und wieder andere warteten auf Touristen (uns ;)), die den Fluss entlang gerudert werden wollten. Und so sahen wir die Sonne aufgehen, waehrend das Treiben am Ufer immer geschaeftiger wurde. Zwischendurch ruderte ein anderes Boot neben unseres und wir bekamen einen Pappteller mit einer grossen Bluete und brennendem Wachs in die Hand gedrueckt, was eine Art Opfergabe an den heiligen Fluss darstellt und die wir im Wasser schwimmen liessen. Natuerlich mussten wir dafuer bezahlen! 😀
Gegen Ende unserer Fahrt kamen wir an einen der drei Verbrennungsghats Varanasis. Da dies ein heiliger Ort ist, bringen Menschen aus ganz Indien ihre Verstorbenen an diesen Platz, um sie einaeschern zu lassen, da sie glauben, dass hier fuer sie die Moeglichkeit besteht, dem Kreislauf der Wiedergeburt zu entfliehen und ins Nirwana zu gelangen. Diese Verbrennungen finden dabei oeffentlich statt und gerade, als wir ankamen, wurde ein neuer Toter aufgebahrt und in Brand gesteckt. Ein Priester kam auf unser Boot und erklaerte uns die Tradition und etwa, dass der aelteste Sohn des Verstorbenen sich den Kopf rasiere und die Familie den Toten eingewickelt in Tuecher auf einer geschmuckten Bahre mit Krach durch die Ghats truegen und dass bei der Verbrennung keiner weine, da dies den Toten angeblich bei seiner Reise ins Nirwana stoere. Auch, dass Sandelholz der Grund fuer den fehlenden Geruch von verbrennendem Fleisch ist, lernten wir. Da dieses allerdings sehr teuer ist, gibt es offenbar Familien, die ihre Toten einfach so im Ganges bestatten… Ich bin froh, nicht darin gebadet zu haben, denn dass das die Heiligkeit des Flusses so antibakteriell wirkt, wage ich einfach mal zu bezweifeln.

Nachdem wir einige Stunden im Hotel entspannt hatten, liessen wir uns wieder zu den Ghats bringen und wanderten ein wenig umher. Ich entdeckte einen Henna-Laden und liess meinen Fuss bemalen und ein paar Meter weiter kehrten wir beim Blue Lassi Shop ein, der bei Touristen und Einheimischen gleichermassen beliebt ist. Lassis sind Joghurtgetraenke, die oft mit Fruechten oder Schokolade vermischt getrunken werden. (Die Spezialitaet in Indien ist allerdings der so genannte “Bhang-Lassi”, bei dem Teile der Cannabispflanze mit dem Joghurt vermischt werden – praktisch ein trinkbarer Joint. Dies ist in Nordindien legal und es gibt sogar von der Regierung zugelassene Laeden. Aber nein danke, mein Magen war angeschlagen genug und wer weiss, ob ich noch mit meinem ganzen Geld im Hotel angekommen ware…) Und so sassen wir zwischen all den anderen wartenden Gaesten und schauten dem Treiben auf der Strasse zu. Da eine Kuh, dort eine Bahre mit einem neuen Toten auf dem Weg zu seiner Verbrennung… Gar nicht so einfach dabei seinen Appetit zu behalten!

Und dann kam er: Unser letzter Morgen in Indien. Gegen 12 Uhr fuhren wir zum Flughafen und landeten um 16 Uhr wieder in Delhi. Dort hiess es dann zwoelf Stunden warten, denn unser Flug Richtung Deutschland ging erst um 4 Uhr morgens. Dummerweise wird man in Delhi nicht einmal wirklich ins Flughafengebaeude gelassen, wenn es noch laenger als sechs Stunden bis zum Abflug sind und so mussten wir die erste Haelfte in einem Wartebereich auf ungemuetlichen Plastikstuehlen verbringen.
Als wir dann endlich hinein gelassen wurden, hiess es weitere zwei Stunden herumsitzen, da der Check-In noch geschlossen war. Nach Sicherheitskontrolle machte das noch etwa 3 1/2 Stunden am Gate, wo wir uns kurzerhand auf den Teppichboden legten und schliefen.
Aber dann hatten wir es endlich geschafft und flogen in gut 11 Stunden ueber Abu Dhabi nach Frankfurt, wo wir Mittwoch Nachmittag um 14:20 Uhr landeten und schon von unseren Familien erwartet wurden.

Es ist schoen wieder daheim zu sein!

Dies ist vermutlich erst einmal unser letzter Blog und wir sagen “Danke” fuers fleissige Lesen und teilweise auch Kommentieren 🙂
Jetzt heisst es wieder daheim einleben, nach Arbeit suchen, fuers Studium bewerben… Der Alltag eben. Auch mal wieder gut! -s

 

ENGLISH

And on went our trip to Agra. We spent the afternoon relaxing at the hotel, had a farewell dinner with our driver and tried to get some sleep before we got up again at 5:30am, because it was time to visit one of the seven new wonders of the world: The Taj Mahal.
It was built after a queen made a last wish to her husband before she died. She wanted him to create a building which the world has not seen before. And so they built in over 20 years of work the Taj Mahal where the queen and later also her king were burried. All sides of the building are symmetric and none of the ornaments are painted, they are all made of precious and semi-precious stones which are glued into previously carved hollows in the white marbel. The whole thing must have cost a fortune… Besides others a reason why the king’s son imprisoned his father at the end of his life. The son said his father had turned crazy and was just waasting all the money.
The descendants of the marbel workers are still doing the same work and so we were able to visit a workshop where we were shown tools and pieces they were currently working on.
After we filled up on the hotel’s buffet and had a little nap we still had the Agra Fort (where the mentioned king spent the rest of his life) and the Mini Taj on our list.
But then it was time for Florian’s Cheeseburger test at the Indian McDonalds, which was quite difficult as we were in a country where they eat neither pig nor beef 😀 And so he had to eat a chicken burger which was tested as “not really good”.

Because we had ssen Agra’s sights, our driver decided to take us to the train station where we were supposed to take the train to Varanasi in the evening. Before, of course, he wanted his tip as only his food and accomondation were included in the tour payment, but not his wage. We were thinking about this earlier as we were really happy with his service and did not want to disappoint him and so we found out online that an average days salary in India is approximately 200 rupees (=$4). Pretty ironic as our entry fee to the Taj Mahal only was 1000 rupees per person but, as mentioned, the feed for locals are completely different ones.
We paid him a lot more than the average wage but when he finished counting he asked if we had not been happy with him and mentioned again, that this was his only income. That much to “the costumer decided what an appropriate tip is”… After we gave him a bit more we found ourselves at the train station, three hours too early and so we did what everyone else was doing and went looking for a relatively quiet place and waited and waited… and waited.

With one hour delay our train finally arrived. The third class, the “luxury class”, which is the best you can get, turned out as a about 10qm compartment in which they squeezed eight beds (2x three and 1x two above each other). One of our fellow travellers spoke English quite well and so I talked a bit with her. Now I think this was the only conversation I had in India with someone we had not booked or who did not want any money! When I told her that we were from Germany she reacted like pretty much everyone “Ohhh, Germany, good country!”. If you ask any further wheather they have ever been to Germany they normally say no, but the friend’s brother-in-law’s cousin moved there! 😀 Our companion made it at least to the airport in Frankfurt once. To sleep in the train was surprisingly easy and when we woke up the next morning the woman was already gone. And so we had to guess a little where to leave the train as no one else seemed to understand us. Later we discovered that Varanasi was the last stop and when we arrived there with three hours delay, our new driver was already waiting for us. After just five minutes in the car we already had to chang to another one – we had a flat tyre. The replacement car took us safely to our hotel where we relaxed before we started to see another temple and to visit a factory where silk scarves were made. After the demonstration we were led into the selling room, as usual. But there we were really surprised: The salesman spoke German very well and told us how he had met Nina Hagen on one of her trips to India at an Ashram and she tought him a children song which he sang to us 😀 It was really strange and I just hope that Nina Hagen is not the person who represents Germany in whole India!

The next day started early, at 4:30am. Our driver picked us up 15 minutes later and we drove through almost empty streets towards the ghats (very narrow streets, there are plenty of them near the Ganga). We had to walk the last few metres but then we arrived at the holy river. Despite the early hour there were unbelieveable many people around. Many of them went for a bath, others were washing their clothes and others were waitung for tourists (us ;)), who wanted to be rowed along the river. And so we  saw the sun rising while it got busier and busier. Inbetween another boat arrived next to ours and we were given a paper plate with a big flower and some burning wax which is some kind of offering to the holy river and which we let swim in the water. Of course we had to pay for it afterwards! 😀
Towards the end of our ride we got to one of the burning ghats of Varanasi. Because it is a holy place, people from all over India bring their deceased family members to have them cremated, because they believe that this is a way to get out of the circle of rebirths and go to the nirvana. These cremations are public and just when we arrived a new person had been biered and ignited. A priest came onto our boat and explained the tradition to us. For example that the eldest son shaves his head and that the dead person’s family is carrying the body wrapped in clothes and put on a decorated bier through the ghats while making a lot of noise and that no one cries during the cremation as they believe it disturbes the process of going to the nirvana. Also that sandalwood is responsible for the missing smell of burning skin. Because it is very expensive, there are poor families who just burry their dead family members in the Ganga without cremation… I am happy I did not go for a bath in there. I do not believe the river’s holyness is that antibacterial!

After we relaxed at the hotel for a couple of hours we went back to the ghats and walked around for a while. I found a henna shop and had my foot painted and a few metres further we stopped at the Blue Lassi Shop which is as popular for tourists as it is for locals. Lassis are yoghurt drinks which are often made with fruit or chocolate. (But the special thing in India are so called “Bhang-Lassis”, which are made of parts if the cannabis plant mixed with the yoghurt – basically a drinkable joint. This is legal in Northern India and there are even government approved stores. But, no thanks, my stomach was sick enough and who knows if I had turned back to the hotel with all my money…) And so we sat inbetween other waiting guests watching the traffic on the street. There a cow, there a bier with another deceased on the way to his or her cremation… Not too easy to maintain your appetite!

And then, there it was: Our last morning in India. Around 12pm we went to the airport and landed at 4pm in Delhi. There we had to wait for very long twelve hours because our flight to Germany did not leave before 4am on the next morning. Unfortunately they do not even let you into the airport building if you flight is not leaving within the next six hours and so we had to spend the first half at the waiting lodge on uncomfortable plastic chairs.
When we were finally allowed to enter the building we had to hang around another two hours before the check-in was opened. And so we only had 3 1/2 hours left after the security check which we spent sleeping on the carpet at the gate.
But then we had finally made it and arrived at 2:20pm after about 11 hours flight and a short stop in Abu Dhabi, in Frankfurt, where our families where already waiting for us.

It is good to be home!

This is probably our last blog and we say “Thank you” for reading it 🙂

Now we have to get used to being home again, look for work, apply for university… Just everyday life. Actually not bad at all! -s

 

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