India

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Humayun’s tomb

Indien… So wirklich einen Grund, weshalb wir hier hin wollten, gab es nicht. Ich war gegen Strandurlaub in Thailand, Flo wollte nicht zum Everest Basecamp wandern und die Visa für China und Russland, die nötig wären, um die Transsibirische Eisenbahn zu benutzen, waren aus Australien nahezu unmöglich zu bekommen.

Und so landeten wir, nach einem kurzen Zwischenstopp in Kuala Lumpur, Samstagmittag in Delhi, Indiens Hauptstadt.
Am Flughafen kauften wir uns erst einmal ein Taxi-Ticket zum Hotel. Über den indischen Verkehr habt ihr doch sicher schon etwas gehört… Es ist nicht übertrieben! Unsere “offiziell als Taxi zugelassene” Schrottkiste hatte keine Anschnallgurte (die sind, wie wir später lernten, sowieso nur für vorne Pflicht und das auch erst seit Kurzem), der gesamte Kabelbaum lag frei und der Fahrer sprach nicht viel mehr als 3 Worte Englisch und musste sich vor unserem Start bei drei seiner Kollegen nach dem Weg erkundigen.
Der Verkehr selbst macht die Sache definitiv nicht beruhigender. Da Autos jetzt nicht generell Seitenspiegel haben (oder sie einfach keiner benutzt), macht man sich durch Hupen aufmerksam, wenn man zu dicht an einem anderen Auto vorbeifährt und Angst hat, dass dieses plötzlich etwas aus seiner Spur kommt. Apropos Spuren, wenn zwei eingezeichnet sind, bedeutet das für Inder mindestens auf drei zu fahren. Wie unser Fahrer am nächsten Nachmittag treffend sagte: “In India you need three things to drive: Good horn, good brakes and good luck.”
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Qutb Complex
In unserem Hotel angekommen (das mitten im Drogen- & Prostitutionsbezirk liegt, na super…), machten wir einen Mittagsschlaf, aßen im hoteleigenen Restaurant, was eine ganz schöne Herausforderung darstellte, da wir keine Ahnung hatten, was sich hinter den ganzen Gerichten versteckte und sie, einmal serviert, nicht an Schärfe geizten.
Am nächsten Morgen begaben wir uns auf die Suche nach Frühstück und liefen dabei durch eine Marktstraße. Es war einfach unmöglich, 3 Meter zu laufen, ohne Verkaufsangebote abwimmeln zu müssen.
Gestärkt wollten wir uns auf den Weg zur Metrostation machen, um ein wenig die Sehenswürdigkeiten Delhis zu erkunden. Da wir uns jedoch nicht ganz sicher waren, wo wir überhaupt hin mussten, nahmen wir das Angebot eines Auto-Rikscha-Fahrers an, mit dem wir uns etwas unterhielten und der unseren Plan, am nächsten Tag den Zug nach Agra zu nehmen, zerstörte, da wir von ihm erfuhren, Tickets müssten mindestens einige Tage im Voraus gebucht werden. Da wir auch nicht viel Ahnung von Delhis Attraktionen hatten, brachte er uns zu einer Touristeninformation, wo wir uns auch insgesamt über Reiseziele in Nordindien erkundeten. Schnell stellte sich heraus, dass diese Touristen-“Informationen” auch Reisen organisieren, aber wir dachten, wieso nicht, so sähen wir zumindest ein wenig von Indien und müssten uns keine großartigen Gedanken mehr machen. Wir stellten eine 8-Tage-Reise zusammen und beschlossen, diese während einer Stadttour zu überdenken. Wir bekamen einen Fahrer (und ein vernünftiges Auto mit Klimaanlage, echt notwendig bei 45 Grad!) und machten uns auf Erkundungstour.
Unser erster Stop war Humayuns Grab, eine riesige Grünflächenanlage mit mehreren Grabhäusern.
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Indian Gate

Danach ging es zum Qutb Complex, wo, unter anderem, das hoechste gemauerte Minarett der Welt zu sehen ist und zum Indischen Tor, das zur Erinnerung an die gefallenen indischen Soldaten im ersten Weltkrieg erbaut wurde.

Obwohl Indien als sehr guenstiges Reiseland gilt, haben wir schon ziemlich gestutzt, dass der Eintritt fuer Auslaender zu vielen der Monumenten bei meist 500 Rupien (ca. 7 Euro) pro Person liegt. Und auch sonst kann man hier einiges an Geld los werden,
wie z.B. bei unserem ersten Tempelbesuch: Smartphones duertfen nicht mit hinein genommen werden, hieß es jedenfalls und somit bekamen wir ein Schliessfach zugeteilt, fuer welches wir bei unserer Rueckkehr natuerlich bezahlen mussten. Sagt einem vorher aber keiner 😉 Auch im Tempel trifft man etwa auf Hindu-Priester, die uns etwas ueber die verschiedenen Goetter erzaehlten (wovon es im Hinduismus Millionen gibt! Wichtig sind allerdings die drei Hauptgoetter Brahma (Schoepfer), Vishnu (Bewahrer) und Shiva (Zerstoerer)) und uns hinterher einen Tika (dieser rote Punkt in der Mitte der Stirn, der als Segenszeichen gilt) aufmalten, dafuer aber selbstverstaendlich erwarteten, dass etwas in der Spendenbox landete.

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Usual view out of the car

Aber nicht nur in den Tempeln… Staendig ergeben sich Gelegenheiten, bei denen Menschen ein Trinkgeld erwarten, ob man gewollt in diese Situation geraten ist oder auch

nicht.
Geld war aber sowieso eine eher problematische Sache, da, wie wir erst jetzt, nach einer Woche in Indien herausfanden, die australische Bank Flos Kreditkarte nach den ersten paar Abhebungen sperrte, da wir ihnen nicht Bescheid gegeben hatten, dass wir Australien verlassen hatten. (Meine ging komischerweise noch…) Nach einem $20 teuren Telefongespraech hat sich das nun aber endlich geklaert.
Zum Abschluss des Tages machten wir noch einen Spaziergang durch die riesigen Lodi Gaerten und fielen, voller Erwartungen fuer die, am naechsten Tag startende, Tour in unser Bett.
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Our Haveli-Hotel in Mandawa
Unser erster Tag fuehrte uns mit einer fast siebenstuendigen Fahrt (davon zwei nur um aus Delhi herauszukommen!) nach Mandawa, einer Stadt, die fuer ihre Haveli, das sind kunstvoll bemalte Gebaeude, errichtet von reichen Bewohnern, beruehmt ist. In einem dieser Haeuser verbrachten wir auch unsere Nacht.
Recht frueh morgens, um dem heissen Wetter zu entgehen, gingen wir auf eine gefuehrte Stadttour, bei der wir weitere Haveli gezeigt und erklaert bekamen.
Daraufhin ging es dann auch schon weiter nach Pushkar, einer Stadt am Rande der Wueste, die um einen “heiligen See” herum errichtet wurde.
Immer wieder musste unser Fahrer abbremsen, um nicht in eine Herde Kuehe hineinzugeraten. Aber alles kein Problem, immer schoen die Hupe druecken und langsam wird der Weg frei gemacht.
Interessant war auch ein kurzer Stopp am Rande eines Dorfes, wo unser Fahrer Mautgebuehr zahlen musste. Ploetzlich standen bestimmt 15 Kinder um unser Auto herum und schubsten sich gegenseitig, um die beste Sicht auf uns zu haben und brachten dabei das Auto ganz schoen zum schwanken. Ich glaube, ich weiss jetzt, wie man sich in einer Zombieapokalypse fuehlt!
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Loved our bed in Pushkar!

In Pushkar hatten wir dann erst einmal ein wenig Zeit uns zu erholen, bevor es auf eine zweistuendige Kamel-Safari durch die Strassen und spaeter auch durch die Wueste ging. Mein Kamel hiess “Romeo” und mein Kameltreiber, der hinter mir sass (und mit Sicherheit noch nicht volljaehrig war…) hatte ziemlichen Spass daran, mir auch mal die schnelleren Gangarten vorzufuehren. Der Trab ist ja noch sehr gemuetlich, aber auf einem Kamel zu galoppieren, wuerde ich niemandem empfehlen! Flo hat am naechsten Tag jedenfalls ziemlich ueber seinen schmerzenden Hintern geklagt und mich gefragt, warum ich bitte freiwillig auf Wanderritte ginge 😀

Am naechsten Morgen hatten wir wieder eine Stadtfuehrung, wobei wir auch den heiligen See besuchten. Dort hatten wir dann eine Familienzeremonie mit einem Hindu-Priester, um unserer Familie Glueck zu wuenschen (bei der Spende, die wir dort (nicht ganz freiwillig) gelassen haben, will ich das auch hoffen!)
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Holy Pushkar Lake
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Pink “welcoming” building and yellow “royal” building (City Palace)

Weiter ging es nach Jaipur, der Hauptstadt des Bundesstaats Rajasthan. Jaipur wird, wegen seiner vielen pink/roten Haeuser, auch als “pink city” bezeichnet. Die pinke Farbe ist hierbei ein Symbol des Willkommenheissens. Aber auch einige gelbe Gebaeude liessen sich finden, wobei diese Farbe fuer die koenigliche Familie steht und deshalb z.B. den Stadtpalast schmueckt, dessen Vorhof wir besuchten.
Aber auch sonst gab es einiges zu sehen, wie etwa das Amer Fort, in dem die koeniglichen Familien frueher gelebt haben und das einige

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Elephants on their way down

Museen

enthält, in denen man Waffen und Kleidung besichtigen kann. Zum Fort steigen auch immer wieder Elefanten mit Touristen auf ihren Ruecken hinauf. Wir haben allerdings darauf verzichtet, da wir schon oefter darueber gelesen hatten, dass die Elefanten haeufig ueberarbeitet sind (es ist wirklich heiss hier und der Aufstieg zum Fort ist anstrengend). Ausserdem liessen die Vorderbeine darauf schliessen, dass sie normalerweise angekettet leben muessen und wir entschieden uns, dies nicht zu unterstuetzen. Nichtsdestotrotz boten sie einen faszinierenden Anblick!
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Amer Fort
13184539_1302126516483453_991899657_oAm Nachmittag besuchten wir eine Textildruckerei und liessen uns zeigen, wie, unter Verwendung von Pflanzenfarben (gruen kommt beispielsweise von Spinat), Textilien in mehreren Lagen von Hand bedruckt werden. Im Shop nebenan war es dann moeglich, sich recht guenstig massgefertigte Kleidung aus einer Auswahl von hunderten von Stoffen machen zu lassen. Flo bestellte sich einen Anzug mit Hemd und ich zwei einfache Kleider und eine Hose, die uns noch am selben Abend ins Hotel geliefert wurden.
Und weil der Tag noch nicht gefuellt genug war, besuchten wir, zusammen mit unserem Fahrer, ein indisches Kino, in dem eine Mischung aus Action und Liebesfilm (in Hindi, also fuer uns eher als Stummfilm :D) gezeigt wurde. Bevor der Film startete, bekamen wir aber noch einen Eindruck, wie sich Filmstars fuehlen muessen. Keine 2 Minuten hatten wir Ruhe, bevor wieder eine indische Familie vor uns stand und um ein Foto bat. Und dann wurde

geknipst und geknipst, bis genug Bildern von uns mit Oma, Baby, Tochter, Mutter, Bruder

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Taking measurements for Flo’s suit

und sonst wem entstanden waren. Wir sind zwar schon vor dem Kinobesuch in diese Situation geraten, allerdings noch nie mit so vielen Menschen!

Freitagmorgen hiess es dann Abfahrt nach Agra, wobei wir auf dem Weg dorthin noch einen Affentempel und einen alten Wasserspeicher besichtigten.
Und nun, nach einem entspannten Nachmittag und einem gemuetlichen Abschlussabendessen mit unserem Fahrer, der uns morgen leider verlaesst, da wir mit dem Nachtzug weiterfahren, versuche ich den Rueckflug nach Deutschland zu buchen… Es dauert also nicht mehr lange! 🙂 -s
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ENGLISH
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India… A real reason why we wanted to come here does not really exist. I was against beach holiday in Thailand, Flo did not want to trek up to Everest Base Camp and the visas for China and Russia that were neccessary to use the Transsibirian Railway were almost impossible to get while being in Australia.
And that is how we landed Saturday afternoon, after a short stop in Kuala Lumpur, in Delhi, India’s capital. The first thing we did was to buy a taxi ticket at the airport to get to our hotel. I am sure you have already heard about Indian traffic? It is not exaggerated! Our “officially approved” taxi had no seatbelts (we learned later that they were only compulsory at the front and even this only for a short period of time), all electrical wires were just lying on the ground and our driver did not speack any more than three words English and had to ask his friends for the way before we started.
The traffic itself only makes it worse. Cars do not always have side mirrors (or just no one uses them) and so you attract attention throw blowing your horn in case you overtake too cclose to another vehicle and are afraid that it might get a bit out of its lane. Lanes…, well, if there are two marked, for Indians it means you can drive on at least three. How our driver later said: “In India you need three things to drive: Good horn, good brakes and good luck.”
Once we had arrived at our hotel (which apparently is located in the drug and prostitution area… great!) we had a nap, ate at the hotel’s restaurant, which was quite challenging as we had no idea what was hidden under all these names and, once they were served, were really spicy.
On the next morning we went to get some breakfast and walked into the bazaar street. It was impossible to walk more than three metres without having to deny selling offers.
With new energy we started our way to the metro station to see some of Delhi’s sights. Because we were not quite sure where we had to go we agreed to the offer of an auto-rikscha driver. We talked with him for a while and he destroyed our plan to get to Agra on the next day because we would not get any more tickets last-minute. And as we also did not have much knowledge about sightseeing here he took us to a tourist information where we also discussed our other travel plans for North-India. We quickly found out that these tourist-“informations” also organise tours but we thought, why not, that might be a good way to see some more of India without having to worry about anything anymore. We made up a 8 day travel plan and decided to overthink it during a city tour. We got a driver (and a reasonable car with A/C, really good in 45 degree heat!) and started our discovery.
Our first stop was Humayun’s tomb, a giant grass area with a couple of tombs on it.
After that we went to the Qutb Compex where the highest minaret made of bricks is lokated, and to the Indian Gate, which was built to remember the Indian soldiers that died during World War I.
Although India is considered a fairly cheap country to travel to, we were surprised to find the entry fee for foreigners often being around 500 rupees (about $10). And besides that there are many other ways to get rid of your money. For example you visit a temple and get told you were not allowed to take your smartphone with you and they will give you a locker which you, of course, have to pay when you return. Something, they will not tell you before 😉 And in the temple itself yo might meet a Hindu-Priest that will tell you about the different Gods (In the Hindu religion there are millions! Important are the main Gods Brahma (creator), Vishnu (preservator) and Shiva (destructor)) and will paint a tika (the red dot in the middle of your forehead that is a blessing sign) on your head, but of course wants a donation for that!
But not only in the temples… There are always occasions where people expect a tip, no matter if you got into this situation because you wanted to or not.
Besides that, money was a bit of a tricky thing for us, because, as we discovered now, after a week in India, the Australian bank had blocked Florian’s credit card because we had not told them that we were going overseas. (Surprisingly mine still works well…) After a $20 phone call we finally managed to get it unblocked.
The end the day we went for a walk around the giant Lodi Gardens and went to bed full of expectations for the tour starting on the next morning.
Our first day led us to Mandawa on a seven hours drive (two of them just to get out of Delhi!). It is a town known for its Haveli, which are buildings with beautiful paintings on them which were bulit by rich people. In one of these houses we spent the first nght. Early in the morning, to avoid the heat, we went on a guided walk where we could see and have explained some more Haveli.
After this we left for our next city, Pushkar, a city close to the desert, built around a holy lake.
Again and again our driver had to stop to not crash into a herd of cattle. But no problem, sound the horn and slowly the way clears.
Interesting was also a short stop on the way out of a little village where our driver had to pay for the toll road. Suddenly there were about 15 children pushing each other around the car to have a better sight onto us and made the car really swing. I think I know now how it feels to be in a zombie apocalypse!
Arrived in Pushkar we had some time to relax before we headed off to a two-hour camel safari through the streets and later the desert. My camel was calles “Romeo” and my camel driver, who was sitting behind me (and I think still underage…) had a lot of fun to also show me some faster gaits. Trot is quite comfortable but I would not recommend galloping! Flo was complaining a lot about his hurting butt the next morning and absolutely does not understand how I go on trail rides for fun 😀
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