Hari Om!

12636850_1096502480401551_1040405982_oStell dir einen Platz vor, an dem ihr als glutenfreier, veganer Nussallergiker immer noch leckeres Essen bekommt und das mit hauptsaechlich selbst angebauten Bio-Zutaten, einen Ort, an dem einfach jeder seinen Muell wegraeumt, seinen Teller abspuelt und danach freiwillig hilft, die Kueche zu putzen. Wo du freiwillig morgens um 5 aus dem Bett krabbelst, um zum Fruehsport zu gehen, wo sich keiner darueber beschwert, dass das Wifi zu langsam ist – nein, es gibt gar kein Internet oder Telefonempfang. Einen Ort, an dem du Menschen aus aller Welt und aller Altersklassen kennenlernst und dein Boss dich 20 Minuten frueher gehen laesst, damit du dich vor dem Essen im Bach abkuehlen kannst.

An so einem Platz haben wir die letzte Woche verbracht: Dem Mangrove Creek Yoga Ashram eineinhalb Stunden noerdlich von Sydney. Dort kommen zahlende Gaeste, Volunteer-Worker, Yoga-Studenten und etwa 15 Dauer-Residierende zusammen, in der Natur zu entspannen, gesundes vegetarisches Essen zu geniessen und natuerlich Yoga zu machen! Das Ashram wird fast ausschliesslich mit Hilfe der Volunteerenden in Stand gehalten und so hatten wir und die etwa 15 anderen, einiges zu tun, allerdings nie zu viel (ich erinnere mich daran, wie sie uns zu siebt zum Seifemachen geschickt haben. Wir hatten 3 Stunden fuer 15 Liter und waren nach ca. eineinhalb fertig und haben dabei eine Menge geredet).

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That’s how our days looked like, Sundays at the ashram are special: chai & sweets for morning tea, yay!

Unsere Jobs waren in Morgen- und Nachmittagsschichten organisiert und immer sehr abwechslungsreich. Mal waren wir fuer die Kueche eingeteilt, wobei wir halfen, fuer die ca. 60 Personen, die gleichzeitig im Ashram waren, zu kochen, mal beim Housekeeping, wo wir Zimmer und Baeder putzten, Waesche machten oder neue Pakete mit Bettzeug fuer die naechsten Gaeste zusammenstellte. Andere Jobs waren Gaertnern oder das Arbeiten auf der dazugehoerigen Bio-Farm, wobei wir ernteten, pflanzten und Unkraut rupften.


Aber der Reihe nach. Der Tag begann fuer die meisten mit dem freiwilligen Morning-Yoga um 5:30, bei dem sowohl die Positionen (Asanas), als auch Pranajama (Atemtechniken) und Meditation auf dem Programm standen. Dabei habe ich zum Beispiel gelernt, dass ich mit angezogenen Knien auf meinen Haenden stehen kann. Ist allerdings noch verbesserungswuedig 😉
Um 7:00 gab es dann Fruehstueck, meist eine Art Porridge, manchmal auch selbstgebackenes Brot oder Muesli, um 7:45 war Chanting, wobei Lieder gesungen wurden, die mit einer Art Akkordeon, das wie ein kleines Klavier auf dem Boden steht, begleitet wurden und deren Text sehr schwer mizusingen war und um 8:00 traf sich das gesamte Ashram zum „Karma Yoga“. Hierbei bekommt jeder einen Job, wie etwas putzen, kehren, Kompost machen, Kueche vorbereiten… den wir dann bis 9:00 ausuebten. Der Sinn ist zum einen, etwas nutzvolles fuer die Gemeinschaft zu tun, aber auch, sich auf die Arbeit, also den Moment, das Jetzt zu konzentrieren.

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Hard working housekeepers 😉

Danach war das „Visitor Meeting“ an der Reihe, bei der sich alle Volunteers mit einer Leitungsperson des Ashrams trafen und ihre Arbeit fuer den Tag besprachen, Fragen stellen konnten und Dinge ueber den Yoga-Lebensstil erklaert bekamen. Daraufhin machten wir uns an die Arbeit, die wir gegen 11:00 allerdings schon wieder fuer den Morning-Tea unterbrechen konnten, der meist aus Obst und Tee bestand. Eine halbe Stunde spaeter nahmen wir unsere Arbeit wieder auf, allerdings nicht fuer sehr lange, denn um 12:30 gab es schon wieder Mittagessen.
12714190_1096501497068316_1866684875_nUm 13:30 ging es dann zum Nachmittagsjob. Wer Glueck hatte, und zum Housekeeping oder Gaertnern eingeteilt war, konnte dann zusaetzlich um 14:30 zum Yoga Nidra gehen, bei der man eine halbe Stunde „geleitete Entspannung“ geniesst. Ich bin an meinem ersten Treffen nach fuenf Minuten eingeschlafen und habe bis zum Ende der Stunde der Stunde laut geschnarcht… Keine Peinlichkeit bleibt mir hier erspart! 😀 Als ich mich dann das zweite Mal hin gewagt habe, habe ich ganze 15 Minuten durchgehalten, aber immerhin war ich dieses Mal ruhig – den Schnarchpart hat jemand anderes uebernommen.

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Veggie cart on the open day

Um 15:00 gibt es dann auch schon wieder Afternoon Tea, der im Grunde komplett dem Morning Tea gleicht. Dann noch ein bisschen weiter arbeiten und um 17:15 fand eine weitere Yoga-Stunde statt, die immer ein anderes Thema hatte.
Abendessen gab es um 18:00 und danach halfen alle Freiwilligenarbeiter beim Aufraeumen. An manchen Tagen folgte danach noch ein Abendprogramm. So gab es etwa an unserem ersten Abend „Story-Telling“, bei dem Geschichten von Krishna und Radha (goettliches Paar im Hinduismus) erzaehlt wurden und das uns sehr religioes vorkam und uns deshalb erst mal ziemlich verwirrte und in angespannter Erwartung auf die folgende Woche in diesem seltsamen Ashram mit den noch viel seltsameren Bewohnern versetzte.
Diese Sorge war jedoch absolut unbegruendet. Wir haben eine Menge sehr „normaler“ Menschen kennengelernt und uns erklaeren lassen, dass diese Art „Yoga-Religion“ nichts ist, an das besonders viele Menschen glauben. Sie soll einem mehr ein paar Hinweise darauf geben, was wichtig im Leben ist.

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Kirtan

An anderen Abenden sind wir zur „Kirtan“ gegangen, bei der, aehnlich wie beim morgendlichen Chanting Lieder gesungen werden. Nach dem Programm, so etwa gegen 8:15 und bis 7:30 morgens war Mourna angesagt: Schweigen. Nunja, wir haben uns nicht besonders daran gehalten, was auch kein Muss war, solange man es um die Hauptgebaeude herum eingehalten und keinen gestoert hat. Da unsere Unterkunft aber abgelegen auf einem Huegel lag, war leise Sprechen schon in Ordnung. Unsere Zimmer waren Vierbettraeume, nach Maennern und Frauen getrennt und ich wohnte am Anfang mit Mar aus Barcelona und spaeter auch noch mit Keme aus Israel zusammen und wir haben eine schoene und interessante Zeit zusammen verbracht.
Drei halbe Tage die Woche hatten wir frei und so haben wir dann doch das ein oder andere Mal einen kurzen Ausflug in die Zivilisation gemacht oder die Zeit fuer ein ausgiebiges Bad im angrenzenden Bach genutzt.
An unserem letzten Abend haben wir dann auch mal den Aufstieg zu den Hoehlen oben auf dem Berg gemacht. Abgesehen von den vielen Schnaken, war der Platz dort oben unter dem Felsvorsprung einmalig und man konnte sich wirklich vorstellen, wie hier schon seit langer Zeit Menschen zum Meditieren hoch gekommen sind. (Vielleicht nicht grade bei Sonnenuntergang… Meine Meditation wurde in regelmaessigen Abstaenden vom Erschlagen der kleinen stechenden Plagegeister gestoert).

Mittwoch nach dem Mittagessen brachen wir dann wieder auf Richtung Norden, stoppten nach etwa zwei Stunden kurz in Newcastle und spaeter bei Port Stephens und verbrachten die Nacht schliesslich im Van auf einem grossen Parkplatz/Truckstop vor einem McDonalds-Restaurant. Hey, es gab dort Duschen und Wifi!
Am naechsten Tag fuehlte ich mich so richtig elend. Ich befuerchte, mein Magen war nicht so sehr davon ueberzeugt, dass ich nach einer Woche super-gesunder Ashram-Kost einen Crepe mit viel zu viel Kaesesosse verdrueckt hatte und bestrafte mich mit ziemlichen Magenkraempfen. Und dennoch haben wir es bis Byron Bay geschafft, wo wir wieder in unserem Van schliefen. Am Morgen kam sogar ein Kaffee-Van vorbei! Da werden Erinnerungen wach! 🙂

Ziemlich frueh starteten wir unseren Plan fuer morgens und fuhren nach Nimbin, einem Ort, der in den 70er Jahren stehen geblieben zu schein scheint. Regenbogenfarben und noch mehr Regenbogenfarben und Hanfprodukte und ueberall dieser seltsame Geruch. Ich glaube, ihr wisst, wovon ich rede. Das Zeug zu kaufen, war uns auch ein paar Mal moeglich, aber bei den Strafgebuehren in Australien… Lieber nicht! 😀
Den Nachmittag verbrachten wir im regnerischen Byron Bay. Da es dennoch recht warm war, sprangen wir fuer eine kurze Abkuehlung ins Meer und bummelten dann die Einkaufsstrasse entlang… und endeten in einem Reisebuero. Um einiges unseres Reisebudgets aermer, aber mit viel Vorfreude auf die geplanten Touren, verliessen wir es zweieinhalb Stunden spaeter wieder.
Nach einer Portion Fisch und Chips mit Blick aufs Meer, fuhren wir wieder auf unseren Campingplatz von der vorigen Nacht zurueck.
12710833_1232830206746418_6324475757988148324_oDiese Nacht glich einem kleinen Weltuntergang. Es schuettete und schuettete und wollte gar nicht mehr aufhoeren. Nicht einmal der Kaffee-Van wollte sich am naechsten Morgen in den Regen wagen und wir befuerchteten schon, dass unser Plan fuer den Morgen ins Wasser fallen wuerde. In Byron Bay angekommen allerdings, machte der Regen immer mal wieder Pausen und ab und zu blinzelte sogar die Sonne durch die graue Wolkendecke und daher wagten wir uns auf eine kleine Vor-dem-Fruehstueck-Wanderung zum Leuchtturm von Byron Bay, bei der wir 12646699_1232830020079770_6264479039680199233_oauch am oestlichsten Punkt des australischen Festlandes vorbei kamen. Nach einem Kaffee beim Leuchtturm und einem kurzen Bad im Meer ging dann die Fahrt weiter nach Norden, Queensland rief!-s

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ENGLISH
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Imagine a place where you as a gluten and nut free vegan can still enjoy delicious food which is mainly made from self grown organic ingredients. A spot where everyone takes his one rubbish with him, washes his dishes and volunteers afterwards to help cleaning the kitchen. Where you get up at 5am by your own choice to do some early-morning exercise, no one complains about how slow the WIFI is – no, there is no WIFI or phone reception at all. A place, where you meet people from all around the world and of all ages and your boss suggests you to finish work 20 minutes early, so you can cool down in the creek before lunch.

At a place like this we spent last week: The Mangrove Creek Yoga Ashram 1 1/2 hours north of Sydney. There, paying guests, volunteer worker, yoga students and about 15 permanent residents live together to relax in the nature, enjoy healthy vegetarian food and of course, do yoga!
The ashram is almost entirely maintained with the help of volunteers and so we and the approximately 15 others had a lot do do, but never too much (I remember how the sent seven of us to make soap. We had three hours for 15 litres, finished after 1 1/2h and still talked a lot during that).
Our tasks were organised in morning and afternoon shifts and always varied. One time we worked in the kitchen and helped to prepare food for the 60 people who were at the ashram at the same time, another time we did housekeeping, cleaned rooms and bathrooms, made the washing and prepared new bedding packs for the next guests. Other jobs were gardening or working at the ashram farm where we picked, planted and weeded.

But one thing after another. The day started for most of us with the optional morning yoga class at 5:30am, where we learned positions (asanas) as well as pranajama (breathing techniques) and meditation. There I learned for example that I can stand on my hands with tucked up knees. Anyway, there is still room for improvement 😉
At 7am we had breakfast, often some kind of porridge, sometimes self-baked bread or muesli, at 7:45am there was chanting, where songs with really difficult text were sung, accompanied by some kind of accordion which stands on the floor like a little piano. Then at 8am the whole ashram met for “Karma Yoga”. Everyone gets a job like cleaning, sweeping, doing the compost, preparing the kitchen… that we were doing until 9am. The purpose isone the one hand to do something useful for the community but also to concentrate on the work, which means the present moment, the now.
After that it was time for the visitor meeting whereall volunteers met with one of the permanent residents, talked about the work for the day but also had the chance to ask questions and learn about the yoga lifestyle. And then we started our shifts but not for very long as there was already the morning tea break at 11am where we got fruits ad tea. 30 minutes later we continued working, just to finish one hour later to have lunch.
At 1:30pm our afternoon shift started. The ones that were lucky and had housekeeping or gardening could go to “Yoga Nidra” at 2:30pm where you enjoy half a half hour of “guided relaxation”. The first time I went there I fell asleep after five minutes and snored loudly until the end of the session… Awkward! 😀 Brave enough to join the class a second time I survived unbelieveable 15 minutes – at least I was quiet this time, someone else had taken over the snoring part.
At 3pm it was already time for afternoon tea, which is basically completely the same as morning tea. Then back to a little bit of work and another yoga class with always different topics at 5:15pm. Dinner was at 6pm and after which all volunteers helped with cleaning. On some days this was followed by an evening program, for example “Story-Telling” as for our first night. We were told stories about Krishna and Radha (gods in the hinduism) and found it quite religious which left us a bit confused and with unsure expectations towards the following week in this strange ashram with its even stranger residents.
But we worried far to much. We met a lot of “normal” people and they explained to us that this kind of “yoga-religion” is nothing many people believe in. It is more supposed to help you find the important things in life.
On other evenings we went to the “Kirtan”, where, similar to the chantin, songs were sung. After the program, usually around 8:15pm it was time for mourna: Silence. Well, we did not completely participate, but it was nothing you really had to do, as long as you did it around the main buildings and did not annoy anyone. Because our dorm was a bit away on a hill, speaking very quietly was no problem at all. Our rooms where 4-person dorm rooms seperated into men and women and I lived together with Mar from Barcelona and later also with Keme from Israel and we spent a great and interesting time together.
Three half days a week we had off and wo we used them sometimes to do a little trip to the civilisation or for a bath im the bordering creek.
On our last evening we also did the little hike upthe hill to some caves. Despite all the mosquitoes the spot underneath the rock overhang was unique and you could really imagine how people had walked up there to meditate. (Maybe not during sunset… My meditation was interrupted several times because I had to kill a few of the little pests.

Wednesday after lunch we left the ashram to head north, stopped after two hours for a short break in Newcastle and later near Port Stephens and eventually spent the night at a big truck stop in front of a McDonalds restaurant. Hey, there were showers and WIFI!
The next they I felt pretty sick. I guess my stomach did not really appreciate me eating a mushroom crepes with way to much cheese sauce after one weak of super-healthy ahram food and punished me with bad stomach cramps. Nevertheless we made it to Byron Bay and slept another night in our camper. In the morning we even had a coffee van coming! Memories! 🙂
Quite early we started our plan for the morning and drove to Nimbin, a town that seems to still be in the 70s. Rainbow colours and even more rainbow colours and hemp products and everyone this strange scent. I think you know what I am talking about. They even tried to sell it to us a couple of times but remembering the high australian penalty fees… No way! 😀
We spent the afternoon in rainy Byron Bay. However it was still quite warm and so we jumped into the ocean to cool down a little and went for a walk along the shopping promenade… and ended up at a travel agency. With a lot less travel money but very pleasant anticipation we left it 2 1/2h later.
After some fish and chips with the view to the ocean we drove back to the campsite we stayed at the night before.
The night was a bit of an end of the world. It was pouring rain and just did not stop. Not even the coffe van was brave enough to get out in the rain and we were already afraid that we had to ditch our plan for the morning. Anyway, when we arrived in Byron Bay the rain stopped from time to time and now and then even the sun blinked through the grey clouds and so we started our little before breakfast hike up to the Byron Bay Lighthouse and the mos

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3 Comments

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  1. Hallo, Ihr Beiden, eben habe ich Eueren neuesten Bericht gelesen und bin froh, daß Ihr nicht im Ashram hängen geblieben seid. Ist schon interessant, aber wohl doch nicht die richtige Lebens – Philosophie. Weiterhin eine gute Zeit ! Das Ende Euerer Reisen kommt immer näher, also nutzt die verbleibenden Wochen.
    Grüße aus Waldsee ! Oma

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  2. These are amazing! Great post! Love how you translate this into English!!!

    Love this post + your blog; check us out!

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  3. Hi Sabrina, ja, dein English kommt mittlerweile echt geschliffen daher! Mach dir aber keine Vorwürfe wegen des Schnarchens – Entspannungsübungen und Suppenkoma zugleich sind ja eine tödliche Kombination! Vielleicht sollte ich gewisse Telefonkonferenzen am frühen Nachmittag mit den Kollegen jenseits des Atlantiks auch mal unter dem Gesichtspunkt der Tiefenentspannung betrachten?? Viele Grüße, auch vom mittlerweile immer rittigeren Mandarinchen

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