Blue Mountains

Wie schon angekuendigt, haben wir Leeton hinter uns gelassen und uns nun wirklich ans Reisen gemacht. Als wir letzten Sonntag endlich alles gepackt hatten, setzten wir uns ins Auto, drehten den Schluessel um und nichts passierte. Die Auto-Batterie war flach. Also hiess es wieder aussteigen, an die Steckdose anschliessen und beten, dass am naechsten Tag alles wieder in Ordnung und nichts kaputt sein wuerde. Und wir hatten tatsaechlich Glueck! Somit fuhren wir dann am Montag, mit einem Tag Verspaetung, los in die Blue Mountains, die sich etwa 2 Stunden Fahrt westlich von Sydney befinden. Genauer gesagt, war unser erster Stop Lithgow, wo wir auf den bisher besten kostenlosen Campingplatz in Australien stiessen. See, Duschen, Toiletten und Grillplatz, was will man mehr?

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The little trainings rock to start with

Dienstag Morgen ging es dann ins 40km entfernte Katoomba, da wir dort einen Canyoning und Abseiling Tag gebucht hatten. Alles begann mit dem Anprobieren der Wetsuits und dann wurden wir auch schon mit acht weiteren Mitabenteurern und unseren beiden Guides zur ersten Abseiling-Stelle gebracht. Die erste “Klippe” war nur ca. sechs Meter hoch, so dass wir dort entspannt erst ein mal die Technik lernen konnten. Aber natuerlich sollte es dabei nicht bleiben. Nachdem alle ihr neu erlerntes Koennen ein paar Mal bewisen hatten, ging es zur naechsten Klippe, die uns mit ihren 18 Metern schon ein bisschen Furcht einfloesste. Hier kamen dann auch Abschnitte dazu, bei denen wir frei in den Gurten hingen, da die Wand einen Ueberhang bildete. Es war schon ziemlich seltsam, sein Leben

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nur an ein Stueck Seil zu heangen! Danach kam dann die naechste Steigerung: 30 Meter! Auch dieses Mal wieder mit einem laengeren Einfach-nur-hanegen, bei dem wir uns dieses Mal aber etwas drehten und den riesigen Wald sehen konnten, der weit unter uns lag. Der schlimmere Teil war allerdings definitiv das Zurueckkommen zum Ausgangspunkt, eine zusaetzliche Rockclimbing Tour waere vollkommen unnoetig gewesen! Danach wurden alle wieder in einen Bus geladen, noch ein vegetarisches Mittagessen eingesammelt (wer das wohl so spaet betellt hat… tsstss) und fuhren zum Picknick-Platz, der gleichzeitig der

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18 metres

Start unserer nachmittaeglichen Canyon-Tour sein sollte. Wir bewaeltigten viele viele Stufen hinunter in den Canyon, wo wir, bevor es ins etwa 12 Grad kalte Wasser ging, die Wetsuits anzogen und unsere Sachen in einer wasserdichten Tasche verstauten. Die Atmosphaere im Canyon war einmalig. Wir liefen durch eine Art Regenwald in miteinander verbundenen Hoehlen, sprangen von drei Meter Hoehe in natuerliche Pools mit eiskaltem Wasser (oder wurden vom Guide geschubst! -s), wo einem beim Eintauchen

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And back up again!

schon mal die Luft wegbleiben konnte. Beendet wurde das Abenteuer mit dem Highlight des Tages: Einem Abseil aus 30 Meter Hoehe den Wasserfall hinunter. Es klingt einfacher als es war (und sieht auch so aus!), es war extrem rutschig, sehen konnte man Dank dem vielen Wasser, welches man staendig ins Gesicht bekam, nicht viel und Pausen waren oft schwer moeglich, da das Atmen mitten im Wasserfall nicht besonders gut funktionierte. Unten angekommen mussten wir uns dann noch am Seil entlang zu unserem Guide ziehen und entsichern. Geschafft! Jetzt wartete nur noch der Rueckweg aus dem Canyon auf uns. Es war ein sehr anstrengender Tag, der unser beider Grenzen ging, aber wir wuerden es auf jeden Fall wieder machen!

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Three Sisters

Bevor wir zurueck zum Campingplatz fuhren, machten wir noch einen Abstecher zur Aussichtsplattform, wo wir das Wahrzeichen der Blue Mountains, die “Three Sisters” sehen konnten.

Fuer Mittwoch bis Freitag hatte Sabrina mich ueberredet, den “Six Foot Track”, einen 45km-Hike von Katoomba zu den Jenolan Caves zu wandern. Gegen 10 Uhr ging es los, der erste Tag bestand aus einer Menge Treppen abwaerts durch den Regenwald, ueber huegeliges Farmland, bei der wir Begegnungen mit einigen Kuehen (sowohl auf Weide als auch wild) machten, durch Baeche und am Ende ueber eine Haengebruecke, die hauptsaechlich aus Maschendraht bestand. Nach etwa fuenf Stunden, die wir fuer die 16km benoetigt hatten, landeten wir bei der Six Foot Track Lodge, quasi einem sehr einfachen Hostel mit Plumsklo und Mehrbettzimmern, das mitten im Wald

liegt. Wir hatten ziemliches Glueck, da wir die einzigen Gaeste waren (im Sommer geht wohl kein normaler Mensch wandern, bei Ankunft wurde uns erklaert, das Thermometer wuerde 42 Grad im Schatten anzeigen, na prima!) und somit das 12-Bett-Zimmer ganz fuer uns hatten. Nachdem wir uns einige Stunden ausgeruht hatten und die Temperturen ein wenig gesunken waren, fuehrte unser Gastgeber uns runter zu einer Stelle am Fluss, wo er eine Art Pool bildete und wir uns etwas erfrischen konnten. Nach einer entspannten Nacht, wurde uns ein leckeres Fruehstueck zubereitet, nach dem wir dann auch gleich

aufgebrochen sind. Fuer den zweiten Tag waren 19km eingeplant, die hauptsaechlich bergauf zu bewaeltigen waren (wenigstens war es nach 800 Hoehenmetern nicht mehr ganz so heiss). Ziemlich am Ende unserer Kraefte und nach vielen Pausen kamen wir am spaeten Nachmittag gerade noch rechtzeitig am Campingplatz an, um unser winziges Zelt aufzubauen und uns darin mit unseren Rucksaecken zu verkriechen, da ein ziemlich heftiges Gewitter ueber uns hineinbrach. Unser “Zweimannzelt” war leider wohl eher fuer Kinder ausgelegt, grossartig ausstrecken war unmoeglich. Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht machten wir uns auf, die letzten 10km zu wandern. Diese gingen nun recht steil bergab, was mit den vielen Blasen an den Fuessen und den vielen kleinen rutschigen Steinen auf dem Weg ewig dauerte. Drei Stunden spaeter kamen wir endlich an den Jenolan Caves an, wo es als erstes darum ging, etwas zu Essen zu finden und einen Bus zu unserem Auto in Katoomba zu organisieren. Danach besuchten wir noch eine der kleineren Hoehlen, deren Zutritt auch ohne Tour erlaubt ist. (Fuer eine Tour mit ihren bis zu 900 Stufen fehlte uns eindeutig die Kraft) Nachdem der Busfahrer uns

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Jenolan Caves

freundlicherweise direkt zu unserem Auto gebracht hatte, es mittlerweile wieder in Stroemen regnete und wir uns beide unglaublich nach einer Dusche und einem richtigen Bett sehnten, verbrachten wir die Nacht kurzerhand in einer Jugendherberge.

Samstags entdeckten wir auf der Suche nach einem Mittagessen ein veganes Restaurant mit daran angeschlossener Wildtierauffangsstation. Wir konnten Emus und Dingos sehen und eines der Kaengurus sogar streicheln. Flo wusste allerdings nicht, dass das Restaurant vor kurzer Zeit alles Tierische von der Karte gestrichen hatte und war ein wenig verwirrt, warum sein Bacon nicht ganz so nach dem “original” schmeckte. Trotzdem fanden wir es beide ziemlich gut und entschieden, am naechsten Tag zum Brunchen zurueck zu kommen.
Gegen Abend besuchten wir ein Schwimmbad, was an diesem Tag ein Outdoor-Kino veranstaltete und “Alexander and the terrible, horrible, no good, very bad day” zeigte. Nach ein paar Bahnen im Pool, konnten wir es uns auf unserer Picknickdecke gemuetlich machen, unser mitgebrachtes Abendessen verspeisen und den Film geniessen.

Nachdem wir Sonntag nach dem Brunch noch den Versuch anstellten, die erstaunlich gut besuchten Wentworth-Falls im dichten Nebel zu besichtigen, hatten wir fuer nachmittags Karten fuer ein Outdoor-Theater, (ja, die Australier haben es mit ihren Outdoor-Veranstaltungen, was bei diesem Schmuddelwetter allerdings nicht ganz so praktisch war.) welches “The Importance of being Earnest” von Oscar Wilde auffuehrte. Die Schauspieler spielten ihre Rollen wirklich gut und die zwei Stunden vergingen wie im Flug.
Nach einer weiteren Nacht im Camper goennten wir uns fuer die letzte Nacht vor der Weiterreise noch einmal ein Hotel zum Entspannen, da viel anderes bei dem andauernden Regen auch nicht uebrig blieb. -f&s

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ENGLISH
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As already announced we left Leeton behind and started the travelling part of our Australia journey. After we had packed everything last Sunday we got in the car, turned the key and nothing happend. The battery was flat. So we did not have another choice than to plug the battery in to charge it, pray that everything will work again the next day and nothing is broken. And we were lucky! And so we started with one day delay to the Blue Mountains, about two hours west of Sydney. More precisely our first stop was Lithgow where we found the so far greatest free campsite in Australia. Lake, Showers, Toilets, Barbecue facilities, what could you want more?

Tuesday morning we drove 40km to Katoomba where we had booked a canyoning and abseiling day. It started with trying on wetsuits and shortly after that our guides and we were driven to the first abseiling spot. The first cliff was just about six metres  hight so we could learn the abseiling techniques quite relaxed. But of course it should not stay that small. After everyone proofed their skills we continued with the second cliff which was much more impressive with it’s 18 metres. Additional here we had sections with overhang so we were hanging free in our harnesses. It was very weird to put your life on this little rope! And then the next one: 30 metre! And again with big sections of “just-hanging” and also turning at the same time which led to seeing the giant forest far beneath us. But the worst part was definitely getting back to the starting point, it made a rock climbing tour completely unnecessary! After that we all went back to the bus, picked up an additional vegetarian lunch (who ordered so lately… tsstsss) and got to the picnic area which was also the start for our canyon tour in the afternoon. We went down many many steps into the canyon, where we, before we went into the 12 degree cold water, dressed in our wetsuits and put all other stuff into waterproof backpacks. The atmosphere in the canyon was unique. We walked through some kind of rainforest in caves that were connected with each other, jumped three metres into natural pools with icecold water (or were pushed by the guides! -s), where you sometimes could not even breath when you fell in. The whole adventure ended with the day’s highlight: An abseil from 30 metres heigh down a waterfall. It sounds (and looks!) much easier than it actually is. It is extremely slippery, as you have water in your face the whole time you cannot see very much and breaks were almost impossible because breathing did not work very well in the middle of the waterfall. Once arrived at the bottom you had to pull yourself back to your guide along the the rope and unsecure yourself. We made it! Now there was just the way out of the canyon waiting for us. It was a really exhausting day that pushed us to our limits but we would do it again everytime!
Before we went back to the campsite we made a little detour to a lookout where we could see the emblem of the Blue Mountains, the “Three Sisters”.

For Wednesday to Friday Sabrina had convinced me to do the “Six Foot Track”, a 45km hike from Katoomba to the Jenolan Caves. We started at 10am with the first day consisting of a lot of stairs down through the rainforest, over hilly farmland where we met a couple of cattle (in the paddock but also wild ones), through creeks and at the end over a swing bridge that was mainly made out of mesh wire. After approximately five hours which we needed to complete the 16km we ended up at the Six Foot Track Lodge that is some kind of very simple hostel with dunny and dorm rooms which is in the middle of the forest. We were really lucky to be the only guests (in sommer obviously no normal person goes hiking, when we arrived we were told he just measured 42 degrees in the shade, great!) and so we had the 12 bed room for ourselves. After resting for a couple of hours and letting the weather cool down a bit, our host took as to a section of the river were it is shaped like a natural pool and we could swimm around. After a refreshing and relaxing night we had a delicious breakfast and left shortly after that. For the second day we had 19km planned, which were mainly done uphill (at least it was not as hot after climbing up 800 metres in altitude). Finally after nearly running out of any energy and after many breaks we arrived at our campsite in the late afternoon, where we just had enough time left to set up our tiny tent und to squeeze in together with our backpacks before we got into a pretty heavy thunderstorm. Our “two person tent” seemed to be more suitable for children, to stretch properly was impossible.
After this more or less sleepless night we started to finish the last 10km. These went downhill quite steeply and it took us a long time with all the blisters on our feet and the little slippery stones on the path. Three hours later we finally arrived at the Jenolan Caves where the first thing was to find some food and to organise a bus back to our car in Katoomba. After this was done we visited one of the smaller caves to which the access was allowed without attending a tour. (For a tour with it’s up to 900 steps we simply did not have any power left) After our bus driver luckily dropped us off directly at our car, it started to rain again and all we both wanted was a shower and a proper bed, we decided to spend the night at a youth hostel.

On Saturday we discovered a vegan restaurant with wildlife sanctuary while we were looking for some lunch. We could see emus, dingos and even pet the kangaroos. Florian did not know that they changed their menu to vegan a short time ago and so he was a bit confused that his bacon did not taste like “original” bacon. We liked it anyway and decided to come back the next morning for brunch.
In the afternoon we went to a pool where they had a movie night going on and showed “Alexander and the terrible, horrible, no good, very bad day”. After a little swim in the pool we could sit down on our towel, eat dinner and enjoy the movie.

After brunch on Sunday and trying to visit the sursprisingly crowded Wentworth Falls in thick fog we had tickets for an outdoor theatre (yes, the Australians somehow like their outdoor activites, anyway, not the best thing in this weather) which played “The Importance of being Earnest” from Oscar Wilde. The actors were really good and the two hours just passed by like nothing.

After another night in the van we treated ourselves with another night at a hotel to relax before we head of again. -f&s

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