Es tut sich was!

Es gibt einen Plan!! Und der inkludiert leider (oder zum Glueck, ich kann mich nicht so ganz entscheiden) auch den Tag an dem wir Canberra und unsere Gastfamilie verlassen muessen. Gerade schaue ich aus dem Fenster und lache ueber Beau, der es (eventuell aufgrund etwas zu viel Koerperfuelle) nicht schafft, sich am Hintern zu lecken und denke, wie sehr das alles hier schon zu unserem zweiten Zuhause geworden ist und freue mich aber gleichzeitig auf mein “richtiges” Zuhause in Otterstadt. (Und dann erinnere ich mich an die Wettervorhersage fuer dieses Wochenende… Neee, Australien ist schon ganz gut!)
Aber ja, es gibt einen Plan! Zu viel will ich allerdings noch nicht verraten, sonst wird es fuer euch ja langweilig! Eins kann ich euch allerdings sagen: Am 01.12. geht es weiter, Linley “schmeisst” uns raus, da sie es nicht ertragen koennte, dass wir nach Deutschland zurueck kommen und nur so wenig gesehen haben.

Was ist sonst noch so in den letzten zwei Wochen passiert…
Es gab sehr viel fuer Liams Beerdigung zu tun und zu organisieren, vor allem, da die Trauerfeier hier auf der Farm stattfinden sollte und somit alles gemaeht werden und aufgeraeumt werden musste. Und auch sonst gibt es soo viel um eine Beerdigung herum zu organisieren, das ging von welche Musik im Gottesdienst gespielt werden soll, ob es die Moeglichkeit geben soll, ihn vorher noch mal zu sehen, ueber wer die Programmhefte druckt und welche Fotos hinein sollen. Gluecklicherweise haben sich eine Menge Freunde bereit erklaert zu helfen, sodass die Familie Zeit hatte, sich Gedanken ueber alle diese Entscheidungen zu machen. An manchen Tagen hatten wir hier insgesamt um die 20 Leute! Specsavers hat Flo netterweise auch die komplette Woche frei gegeben und ich musste nur Dienstag und Mittwoch Vormittag arbeiten, womit ich dann auch meine beiden letzten Arbeitstage hatte und mich von allen verabschieden musste. Donnerstags gab es dann tatsaechlich noch ein “Viewing”, wo Familie und enge Freunde ihn noch einmal sehen konnten. Ich glaube, viele haben das auch wirklich noch einmal gebraucht. Wir konnten Dinge mit in den Sarg legen, die wir ihm mitgeben wollten und somit landeten dann unter Anderem eines der Lebkuchenherzen und ein Dubbeglas darin, da wir dachten, wenn er nun niemals nach Deutschland kommt, kann er zumindest immer etwas deutsches bei sich haben. Ansonsten waere das Viewing wahrscheinlich Liams groesster Alptraum gewesen. Menschen haben staendig seine Hand gehalten, seine Haare gestreichelt, er hat Make-Up getragen (was wirklich gut gemacht war, er sah einfach nur aus, als wuerde er schlafen) und Linley hat staendig seinen heiligen roten Playstation4-Controller angefasst (normalerweise streng verboten!)
Freitags war dann die Beerdigung und sie war richtig schoen (soweit Beerdigungen schoen sein koennen…), der Gottesdienst war nicht besonders kirchlich, da das einfach nicht zu ihm gepasst haette, Freunde und Familie haben von Erlebnisse mit ihm erzaehlt, als Musik wurden passende Lieder von seiner Playlist gespielt und der Sarg wurde von seinen Freunden (unter anderem auch Flo) getragen.
Nach dem Begraebnis kamen dann noch einmal eine Menge Leute auf die Farm, wo eine Menge Essen auf alle wartete. Es gab viele Geschichten, Gelaechter und auch ein paar Traenen, aber ich bin sicher, Liam haette es gefallen.

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Und irgendwie zwischen dem Ganzen wurde ich dann auch noch 20. Linley hat mich und Keira morgens ins Auto gepackt und ich bekam meine erste Pedikuere! 😀 Jetzt habe ich fuer den Rest des Sommers schoene Zehennaegel! Und es war sogar ganz angenehm. Anfangs machte ich mir ziemlich Sorgen, 12244706_10205295025439757_8636963967082646478_odass mir durch meine Kitzligkeit der Fuss ausrutscht und in jemandes Gesicht fliegt. Und als ich Linley bei ihrer Pedikuere beobachtete, fragte ich mich ernsthaft, ob wir nicht zum Taettowierer haetten gehen koennen, da das vermutlich angenehmer waere. Aber umsonst rumgepienst!
Danach sind Flo und ich dann zur Ikea-Eroeffnung in Canberra gefahren 12248110_10205295957263052_7915956918455895517_o(jaa, Australien ist in Sachen Ikea doch noch etwas rueckstaendig. Der naechste ist 3 Stunden entfernt in Sydney!) und haben dann noch einen Abstecher zum Friseur gemacht.
Zum Tee konnte ich dann richtig stolz auf Flo sein, der mir, mit ein wenig Hilfe von Linley (“Stop! You will whisk the cream to butter!”), einen  unglaublich leckeren Himbeer-Toblerone-Kaesekuchen mit Oreo-Keksboden gebacken hatte. Und Freitag abends gab es dann noch einmal eine kleine Geburtstagsfeier bei Cath, einer Bekannten aus der gleichen Strasse.
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Da ich ja mittlerweile arbeitslos bin, habe ich wieder angefangen, mir mein Essen und meinen Schlafplatz zu verdienen und die letzte Woche unter anderem mit misten und Unkraut jaehten verbracht, was bei den 35 Grad die wir zwischendrin hatten, gar nicht mehr so angenehm war! Oder ich krakselte den Huegel hinauf, um nach den Schafen zu sehen. Komischerweise haben wir naemlich auf einmal drei Laemmer. Ziemlich ungewoehnlich fuer eine Schafsherde, in der entweder alles weiblich oder kastriert ist. Wir vermuten ja, die Schafe haben mal einen kleinen Ausflug zu den Nachbarn gemacht…

12031432_10205317363758201_6819342511756211155_oAber es gibt dann doch einige Dinge, die sich besser fuer dieses Wetter eignen, wie z.B. die Pferde zum Schwimmen mit in den kleinen See im “Vorgarten” zu nehmen. Da Rose das Wasser mit mir auf dem Ruecken zu suspekt war, habe ich sie reingefuehrt und was soll ich sagen, sie liebte es! Den Kopf halb unter Wasser, wild mit den Hufen gescharrt und natuerlich mich komplett nass gesprizt. Kurz darauf fing ich an, aehnliche Bewegungen zu machen. Blutegel! Soooo widerlich diese kleinen schwarzen, schleimigen Dinger! Und natuerlich hoerte ich von Keira staendig nur “Du darfst sie nicht abmachen, dann bleiben die Zaehne stecken! Die muessen von selbst abfallen!” Ja ne, klar, ich lass sie weiter mein Blut saugen und an meinem Bein haengen…
DSC_0098Sonntags organisierten wir dann noch eine Art Dankeschoen-Grillen fuer die Sargtraeger und ihre Familien und hatten einen schoenen Abend mit

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Secret star, the baby goat!

viel zu viel zu essen (mal wieder, keine Ahnung, wie man hier sein Gewicht halten soll!). Linley und Keira stellten fuer jeden der Jungs eine kleine Box mit einer selbstgemachten Karte, der Beerdigungsmusik, Fotos von ihnen mit Liam und einem kleinen gravierten St. Christopher-Anhaenger (Schutzpatron der Autofahrer) zusammen, die sie ihnen ueberreichten.

Und heute war dann tatsaechlich der erste Tag unserer letzten Woche hier. Das wird ganz schoen seltsam, aber auch spannend, mal wieder neue Orte zu entdecken und ich denke, wir freuen uns beide schon darauf! -s

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ENGLISH
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We have a plan!! And unfortunately (or luckily, I can’t really decide) it includes the day when we have to leave Canberra and our host family. I am just looking out of the window and am laughing about Beau trying to lick his butt (what doesn’t quite work, there is maybe still a bit to much fat in between) and think about how much all of this here became a second home for us but am looking forward at the same time to my “real” home in Otterstadt. (And thgen remember the weather forecast dor this weekend… Nooo, Australia is pretty good!)
But yes, there is a plan! Nevertheless, I won’t reveal too much yet, otherwise it would become boring for you! But I can tell you one thing: On the 1st December we will be moving on, Linley “kicks” us out, because she couldn’t live with us getting home to Germany after we have just seen so few places of Australia.

What else has happened in the last two weeks…
There was a lot to organize for Liam’s funeral, especially because the wake was supposed to take place here at the farm and everything had to be mowed and tidied up. Furthermore there is so much to organize around a funeral, from which music should be played during the service, wheather there should be the opportunity to see him to who should print the service booklets and which photos should be in it.
Luckily there were so many friends who offered help, so the family had time to think about all these decisions. On some days we had here about 20 people altogether! Graciously Specsavers let Florian have the week off completely and I only had to work Tuesday and Wednesday morning, which were also my last work days and I had to say goodbye to everyone. On Thursday we went to the Viewing, where family and close friends could see and touch Liam for a last time. I think, it was a very good thing for a lot of them and also us. We also could give things we wanted him to have in the coffin and so he ended up with a gingerbread-heart and a “Dubbeglas” besides a lot of other things, because we thought, now that he can never come to Germany, he can at least always have something German with him.
Apart from that the viewing might have been Liam’s worst nightmare. People held his hand all the time, he wore make-up (which was done very well, he really just looked as if he was sleeping) and Linley touched his holy Playstation4 Controller all the time (usually strictly forbidden!)
Then on Friday there was the funeral and it was really nice (as nice as funerals can be…), the service wasn’t very religious because it wouldn’t have matched to him, friends and familys made speeches about experiences they had with him, the music consisted of songs from his playlist and the coffin was carried by his friends (including Florian). After the burial a lot of people came with us to the farm where a ton of food was waiting for all of them. There where a lot of stories, laughter and also a few tears but I am sure Liam would have liked it.

And somehow in between all of this I turned 20. In the morning Linley packed me and Keira in the car and I got my first pedicure! 😀 Now I will have nice toe nails for the rest of this summer! And it was even quite enjoyable. At the beginning I was worried that I would be so ticklish that my foot might slip and fly into someones face. And when I watched Linley’s pedicure I seriously asked myself if we couldn’t have gone to a tattoo artist, because that might be more pleasant. But all the whining was for nothing!
After that Flo and I went to the Ikea opening (yees, Australia is in Ikea things still very overdue. The next one is three hours away in Sydney!) and then we also went on a little detour to the hairdresser.
For afternoon tea I could be really proud of Florian, who, with a little help from Linley (“Stop! You will whisk the cream to butter!”), baked an incredible yummy raspberry-toblerone-cheesecake with Oreo-Cookie-Dough. And Friday night I had another little birthday party at a friend’s house who is living down the street.

As I am unemployed now I started again to earn my food and accomodation and spent the last week with cleaning stables, weeding and mowing what wasn’t always so pleasant on some of the days where we hit 35 degrees! Or I walked up the hill to check the sheep because somehow one day there were three lambs. Quite unusual for a sheep group consisting of either female or desexed sheep. So either we have Jesus-lambs or the sheep went on a little trip to the neighbours…
But there are a lot of things more suitable for weather like this, for example taking the horses for a swim in the dam. As the water was a bit suspicious for Rose with me on the back I led her in and what should I say, she loved it! The head halfway under water, splashing around water with her legs and of course, wetting me completely. Shortly after that I started moving in a similar way. Leeches! Soooo disgusting these little black, slimy things! And of course I just always heard from Keira “You musn’t take them off, their teeth will stay stuck in your leg! You have to wait until they fall off themselves!” Yes sure, I let them continue sucking my blood and leave them on my leg…
On Sunday we organized a kind of Thank You-Barbecue for the pallbearer and their familiys and had a wonderful evening with far too much to eat (again, no idea how to maintain you weight here!). Linley and Keira made up a little box for every boy with a selfmade card, the music from the funeral and a little engraved St. Christopher medal (patron saint of the drivers) and hand them over.

And today is actually the first day of our last week here. It will be so weird but also exciting to leave and explore new places and I think we are both looking forward to it! -s

 

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