Schneeflöckchen, Weißröckchen…

6 Gründe, warum ich das Reisen mithilfe von Volunteer Work eine super Sache finde:

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1. Kostenersparnis

40$ oder mehr für eine Nacht im Hostel und zusätzliche Ausgaben für die Mahlzeiten? Das geht auf Dauer ganz schön ins Geld, was gerade bei Backpackern nicht im Übermaß zur Verfügung steht. Klar könnte man jetzt fragen, wo der Unterschied ist zwischen im Hotel wohnen und das durch einen bezahlten Job finanzieren oder bei einer Gastfamilie leben und für diese arbeiten, aber die Antwort ist recht einfach:

Das (Budget-) Hotel bietet dir ein kleines Doppelzimmer (oder Mehrbettzimmer), meist nicht besonders ruhig gelegen, Dusche & WC auf dem Gang, mit Glück eine ziemlich zugemüllte Gemeinschaftsküche (wo dann mit Pech noch dein Essen geklaut wird) und will dafür ordentlich Geld.
Bei deiner Hostfamilie hast du (mit etwas Glück, wie wir aktuell) deinen eigenen Bereich. Wir haben ein eigenes Bad, einen Fernseher und ganz viel Ruhe. Klar müssen wir auch arbeiten, fünf Stunden, fünf Tage die Woche steht auf Linleys Workaway Website, aber keiner steht mit der Stoppuhr neben dir und misst 😉 Es gibt Aufgaben und die werden erledigt, dazu kommen noch Alltagsdinge, wie ab und zu mal kochen, den Müll raus bringen, die Geschirrspülmaschine ausräumen, Pferde füttern oder auch reiten. Ob das jetzt mal 3 oder auch 7 Stunden waren, ich glaube, keiner weiß es so genau. Und auch die freien Tage sind ähnlich. Die Familie fährt irgendwo hin, wo es interessant sein könnte? Dann gibt es eben an dem Tag keine Arbeit, aber niemand verlangt von dir, dann am nächsten Tag 10 Stunden zu machen.

2. Untouristische Plätze entdecken

Klar, die Hauptstadt besucht man auch als Tourist mal, aber den Great Alpine Nationalpark? Oder Leeton? Dabei hat Australien mehr zu bieten, als nur die großen Städte. Auch in der “Pampa” leben interessante Leute und man kann wesentlich besser ein wenig Farmluft schnuppern. Würde man in Sydney oder Melbourne Kängurus und Koalas sehen? Vermutlich nur im Zoo. Dabei sind sie manchmal gar nicht so weit weg von den Städten 😉
Aber selbst wenn man DIE Orte in Australien sehen möchte: Wir leben gerade mal 30 Minuten von Canberra weg. Auch hier gibt es Hosts!

3. Neue Leute kennenlernen

Wirst du andere Backpacker bei deiner Hostfamilie kennenlernen? Vielleicht, wenn sie mehrere Volunteer Worker haben, was bei uns als Paar eher unwahrscheinlich ist.
Aber hier findest du Australier, lernst ihren Lebensstil kennen (der, so finden wir, sehr deutsch ist. Die Australier sehen zwar wirklich alles etwas entspannter, aber man fühlt sich so weit weg von Deutschland doch sehr heimisch) und lernst mit Sicherheit auch einige weitere Freunde und die Familie deiner Gasteltern kennen, was für weitere Unterkünfte oder die Jobsuche sehr nützlich sein kann.

4. Wertvolle Insidertips

Tripadvisor kann ja jeder! Ist natürlich auch ungemein nützlich, aber viel besser sind oft noch die zusätzlichen Tipps, die man von den Einheimischen bekommt. Wir haben einiges geplant für die nächsten Wochen und werden darüber berichten 😉

5. Englisch verbessern

Klar, es wird nicht immer so sein, aber in den Hostels, in denen wir bisher waren, waren die anderen Gäste sehr redefaul, was dazu führte, dass wir uns hauptsächlich nur unter uns unterhalten haben – auf deutsch natürlich.
In der Gastfamilie hat man dagegen keine Wahl, man muss Englisch reden und wird dadurch jeden Tag ein wenig besser.

6. Familie Downunder

Bis jetzt hat sich mein Heimweh noch sehr in Grenzen gehalten. Ich denke, wären wir ständig nur in Hotels oder in unserem Camper gewesen, sähe das anders aus. Aber durch das Leben in einer Hostfamilie hat man eben doch ein wenig das Gefühl, Teil einer Familie zu sein. Man unterhält sich über die Tageserlebnisse, hat Alltagsaufgaben, weiß, wo sich alles befindet.

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Nachdem ihr das alles gelesen habt, müssen wir natürlich auch noch berichten, was die letzte

Lilly hilft Fenster putzen!
Lilly hilft Fenster putzen!

Woche so gebracht hat! Wie schon erwähnt, waren wir Sonntags auf einem Handwerkermarkt, wo Linley an Tobias Stand eine Öllampe aus Hufeisen entdeckt hat. Unsere nächste Aufgabe! 😀 Hufeisen sind genug vorhanden, jetzt müssen wir nur noch Schweißen lernen, aber es gibt ja nichts, was einem hier niemand beibringen kann…

Ein anderes von Linleys Projekten habe ich für meinen Teil aber schon zu Ende gebracht: Sie will von jedem Workawayer irgendetwas Kreatives da behalten und da sie gerade eine Steinmauer an ihren Eingang bauen, in der auch große bemalte Stangen einen Platz haben, war meine Aufgabe leicht. Wenn ich dann wieder in Deutschland bin, kann ich immer daran denken, dass meine Stange mit den Geckos irgendwo in Australien hängt wpid-img_20150708_183711.jpg🙂

Nachdem Sarah und Sebastian Sonntagnacht bei Linley verbracht hatten, fuhren wir Montagmorgens ins Dinosauriermuseum, was recht interessant war. Sebastian war allerdings ziemlich schnell durch – mit 4 Jahren lässt sich mit den ganzen Beschreibungen an den Ausstellungsstücken noch ziemlich wenig anfangen.wpid-img_20150713_153339.jpg

In den folgenden Tagen tippten wir uns dann die Finger wund: Ein letzter Schliff an unseren CVs und dann wurde sich beworben. Flo hat es erst mal bei den Optikern im Ort versucht, der Ausgang ist allerdings noch ungewiss, da bei drei von vieren der Chef nicht anwesend war.

Ansonsten haben wir zusammen mit Sicherheit schon über 30 Bewerbungen übers Internet verschickt. Aldi und McDonalds senden uns seither begeistert Absagen… Aber irgendwas wird schon noch funktionieren! Die Hoffnung stirbt zuletzt…

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“Unser” Haus im Schnee!

Vorhin habe ich auf Facebook einen Artikel über den heftigen Wintereinbruch in Australien gesehen. Ja, wir sind mittendrin! Als wir vorgestern aus dem Fenster schauten, war doch tatsächlich alles von einer dünnen Schneeschicht bedeckt! Das könnt ihr euch daheim momentan wahrscheinlich gar nicht vorstellen, jetzt wo ihr sogar schon Waldbrände habt…
Aber ja, australischer Schnee! (Sieht allerdings auch nicht anders aus als deutscher ;)) -s

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Besuch von Sebastian
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(Nein, die Jacke ist nicht mir!)
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4 Comments

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  1. Also wenn ihr wieder da seid – falls ihr jemals zurück kommen wollt – dann hätte ich auch gern so eine Öllampe aus Hufeisen! Letztere kann ich euch spendieren… Wer von euch lernt denn jetzt Schweißen? Falls du mir dann auch noch so ein Alpaka mitbringen magst… Oder ist neben dem Känguru kein Platz mehr? Ansonsten drück ich euch trotz allem die Daumen wegen der Bewerbungen! Viele Grüße aus der hochsommerlichen Pfalz!

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  2. Kann man die Kängeruhs auch so füttern ?

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