Time to say Goodbye

Und plötzlich ist unser Aufenthalt in Leeton schon fast vorbei, aber nicht, ohne in unserer letzten Woche noch viel erlebt zu haben.

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Letzte Anweisungen vom Chef beim Probehämmern

Letzten Freitag durften wir selbst einmal beim Skulpturenschmieden Hand anlegen und “Blätter” für ein neues Projekt aus runden Metallstangen schmieden. Ich fand es einfacher als gedacht (gut, die Blätter mussten auch nicht perfekt sein), aber mit der Zeit wird es echt anstrengend und vor allem warm. Jetzt im Winter mag das ja schön sein, aber im Januar?

Samstags waren wir noch einmal mit Sebastian und Tobias in Griffith, damit der kleine Mann mal wieder einen Film im Kino sehen konnte – “Minions”. Und diesmal hatte das Kino tatsächlich auch süßes Popkorn! Sie lernen, die Australier!

Der Sonntag brachte uns dann das Farm-Leben ein ganzes Stück näher. Da in den letzten Wochen ca. 12 neue Lämmer geboren wurden, gab es Arbeit: Impfen und kastrieren war angesagt. Außerdem ist es in Australien üblich, die Schwänze der Lämmer zu entfernen, da andernfalls Fliegen ihre Eier hineinlegen und deren Larven später in den Körper wandern und das Schaf quasi von innen auffressen.

Ich war erst einmal ziemlich schockiert, da ich vor Monaten in Deutschland einen Artikel gelesen hatte, in denen sich Tierschützer über diese Praktiken aufgeregt hatten. Verständlicherweise, denn darin war die Rede davon, ohne Betäubung einfach ein großes Stück Fleisch am Hinterteil herauszuschneiden. Hier wird das wpid-wp-1435330026851.jpegGanze mit Gummibändern erledigt, die die Blutzufuhr verringern und schließlich zum Absterben und Abfallen des Schwanzes führen. Dass sich das angenehm anfühlt, wage ich zu bezweifeln, aber die Lämmer haben auch die Tage danach nicht ausgesehen, als hätten sie großartige Schmerzen, sondern haben munter weiter miteinander Fangen gespielt. Die Kastration läuft genauso ab. Zwar werden die Böckchen nach ein paar Wochen sowieso geschlachtet, aber das Fleisch würde durch Hormone wohl andernfalls ziemlich seltsam schmecken.wpid-img-20150621-wa0009.jpg

Für diese Aufgaben war zur Unterstützung eine befreundete Familie zum BBQ da. Erst wurden die Lämmer per Motorrad in die Gehege getrieben und dann die Lämmer herausgefangen, wobei Flo beim Festhalten assistierte, während unser Gastvater Impfungen und Gummibänder verteilte. Danach wurden die Lämmer in ein Gehege separiert und die älteren Schafe zusammengetrieben, um auch ihnen ihre Impfungen zu geben. Ich durfte in der Zeit Babysitter für das sechs Wochen alte Baby spielen, während sein Vater mit den Tieren beschäftigt war. Danach hatten wir uns ein wenig Spaß verdient: Motorrad über die Farm fahren 🙂 Irgendwann wird definitiv der Führerschein gemacht!wpid-dsc_0622.jpg

Aber auch weniger spektakuläre Arbeit war zu erledigen, so haben wir mit Sebastian als Geburtstagsgeschenk für Tobias Salzteigfiguren geknetet und angemalt, Wandverkleidung für den neuen Stall zugeschnitten und angeschraubt und jeder Menge Krimskrams beim umziehen dort hin geholfen. (Am besten war dabei der Transport eines Schranks unter dem alles voller Spinnweben war. Da wir ihn dort aber heben mussten, entfernte Sarah die die meisten eh nur gefährlich aussähen, aber harmlos sind, nur bei den “Redbacks” müssten wir aufpassen, da diese einen zwar nicht töten, aber sehr krank machen können. Als der Schrank am Zielort angekommen war, warf ich noch einen genaueren Blick auf wpid-img-20150626-wa0020.jpgdie Spinnweben und siehe da: Drei wunderbare Redbacks, inklusive Eier! Glücklicherweise fanden diese den Transport wohl eher uninteressant und ließen uns in Ruhe. Ups!)

Am Donnerstag wurden wir zum Abschied von Sarah in den Altina Wildlife Park bei Darlington Point, den ich bereits in einem anderen Eintrag erwähnt habe, eingeladen. Ich bin ja generell eher ein Zoo-Gegner, aber dieser war wirklich etwas Anderes. Nachdem wir durch den ersten Teil eine Führung zu Fuß machten und Krokodile, Wombats, Erdmännchen und Tasmanische Teufel bestaunt hatten, ging es per Pferdekutsche weiter. Unsere Tourleiterin erklärte uns gleich zu Anfang, dass unser Kutschpferd “Lucky” hieße, weil einiges an Glück dazu gehört, mit ihm die wpid-img_20150625_223222.jpggesamte Runde zu schaffen. Was soll ich sagen… Ihre Prophezeiung erfüllte sich und Lucky bewegte sich irgendwann keinen Zentimeter mehr (könnte aber auch daran gelegen haben, dass unser Tourguide nicht so ganz mit dem Fahren einer Kutsche vertraut war. Ich nehme mal an, Lucky sollte es ihr eigentlich erleichtern und schön gemütlich seinen vertrauten Weg gehen, aber nun ja, wir steckten fest. Über Walkie Talkie wurde Hilfe gerufen und ein paar Minuten später hatten wir ein neues Kutschpferd + Kutscherin und unser Guide konnte sich ganz aufs Erklären konzentrieren. Ansonsten war die Fahrt aber richtig toll, da die Gehege der Tiere groß und schön gestaltet sind, was dadurch möglich wird, dass die Besucher die Wege zwischen den Gehegen nicht zu Fuß zurücklegen müssen (/ dürfen). Das ermöglichte es uns auch näher an die Tiere heranzukommen, als sonst üblich, da es keine Doppel- oder Dreifachabsperrungen vor den eigentlichen Zäunen gibt. Für die Tour, die zwei Mal täglich stattfindet, werden einige Tiere mit Futter angelockt (wenn die Ziegen nicht, wie bei uns passiert, das Futterauto kapern und über die Eimer herfallen :D), weshalb sie erst recht Nähe zu betrachten sind und haben ansonsten ihre Ruhe.

Im Anschluss fuhren wir noch zum Lunch in eine Bäckerei und Flo probierte Meat-Pies, die laut Sarah eine Art Nationalgericht sind. Die Bäckereien erstaunen uns immer wieder aufs Neue. Zwar vermissen wir das deutsche Brot immer noch, aber es wird so eine riesige Auswahl an Kuchen, Teilchen, Quiches, Pies und vielem mehr geboten, dass man das beinahe vergisst.

wpid-img-20150626-wa0023.jpgDa Sarah diesen Tag glücklicherweise komplett frei hatte, bekam ich endlich einmal wieder die Chance aufs Pferd zu steigen und bekam eine wirklich interessante Reitstunde von ihr, die ich heute morgen noch in meinen Beinen spüren konnte.

Abends bekamen wir wieder Besuch von Linley und Keira mit denen wir noch die letzten Details für unsere Ankunft am Sonntag absprachen und einiges über unser nächstes “Heim” erfuhren.
Nach dem Abendessen lernten wir dann auch noch Käse machen, mangels Zeit war das Ricotta, der wirklich einfach aus ganz normaler Milch herzustellen ist und danach gleich von uns zu Spinat-Ricotta Blätterteigrollen verarbeitet wurde.

Der heutige Morgen startete dunkel – Stromausfall. Frühstück machen geht glücklicherweise aber auch noch mit alleiniger Muskelkraft und für den Kaffee startete eine kleine Expedition Richtung Leetoner McDonalds. Was tut man nicht alles für ein wenig Koffein.

Bevor Sarah für zwei Wochen weg fuhr, um außerhalb Leetons zu arbeiten, wurden noch Abschiedsgeschenke ausgetauscht. Sie wpid-img-20150624-wa0000.jpgbekam von uns und Sebastian die bemalte Salzteighand (er hatte darauf bestanden, dass sein Vater zum Geburtstag nur die kleineren Sachen bekommt) und wir eine Tüte, gefüllt mit allen möglichen tollen Dingen, wie im Ort hergestelltem Wein, einer signierten Ausgabe ihres Buches mit unendlichen Ideen für die Gestaltung von Reitstunden oder auch einem Geschirrhandtuch mit Kängurus. Am Abend bekam Flo dann auch noch von Tobias, der Sarahs Abschiedgeschenk wohl zu pferdelastig fand, einen geschmiedeten Brieföffner und eine kleine Sichel, in die morgen noch seine Initialen geprägt werden. Das hätten wir wirklich nicht erwartet, haben uns aber sehr darüber gefreut.

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Es hat tatsächlich noch geklappt, alle auf ein Foto zu bekommen

Morgen werden wir dann noch Tobias Geburtstag mit Pavlova Cake (falls er uns gelingt) und Wiener Schnitzel mit Pommes feiern und dann heißt es wieder Sachen packen und weiter nach Canberra! Wir werden unsere Gastfamilie definitiv vermissen und werden ihr Angebot Weihnachten wieder zu kommen mit Sicherheit annehmen, falls wir zu der Zeit noch in Australien sind. Danke für alles! -s

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